Action medeor warnt vor Ausbreitung von Ebola im Ostkongo

Action medeor warnt vor Ausbreitung von Ebola im Ostkongo
Nach dem Ebola-Ausbruch im Ostkongo nehmen Hilfswerke den Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus auf. In Flüchtlingslagern kümmert sich action medeor um den Schutz von Helfern, Gesundheitszentren und Bewohnern.

Tönisvorst (epd). Aufgrund des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo ergreift das Medikamenten-Hilfswerk action medeor Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter und die Bewohner von Flüchtlingslagern in der Provinz Süd-Kivu. Dort sei, anders als im benachbarten Nord-Kivu, das Virus zwar noch nicht festgestellt worden, sagte der Sprecher der Organisation, Markus Bremers, am Montag in Tönisvorst dem Evangelischen Pressedienst (epd). Wegen der Bedrohung durch bewaffnete Banden seien aber viele Menschen in der Region unterwegs, was die Verbreitung von Ebola deutlich begünstigen könne.

In Süd-Kivu sichere action medeor die Gesundheitsversorgung und Ernährung in Flüchtlingslagern mit Zehntausenden Menschen, erläuterte Bremers. Aktuell werden ihm zufolge die Mitarbeiter der lokalen Partnerorganisation und die nahe gelegenen Gesundheitszentren mit Schutzausrüstungen ausgerüstet. Auf die Einhaltung der Hygieneregeln werde in den Camps verstärkt geachtet. „Wenn das Virus aber auf einen Ort mit so vielen Menschen trifft, bleibt es dennoch schwierig, eine Ausbreitung zu verhindern“, erklärte der Sprecher.

Sterblichkeit von Infizierten bei über 30 Prozent

Ebola wird nicht über die Atemluft verbreitet, sondern über den Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Dieser Übertragungsweg macht es laut Bremers etwas leichter, das Virus „in den Griff zu bekommen“. Die Sterblichkeit von Infizierten liege jedoch bei über 30 Prozent. Gegen die jetzt grassierende Variante von Ebola gebe es keinen Impfstoff. Mit Medikamenten könnten aber das mit der Infektion einhergehende hohe Fieber und Schmerzen gelindert werden, sagte Bremers.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte am Sonntag aufgrund des Ausbruchs einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Demnach gab es im Kongo bis Sonntag mehr als 240 Verdachtsfälle und mindestens 80 mutmaßliche Todesfälle. Auch in Ugandas Hauptstadt Kampala seien zwei Erkrankungen bestätigt worden.