Ebola-Ausbruch überschattet die Weltgesundheitsversammlung

Ebola-Ausbruch überschattet die Weltgesundheitsversammlung
Während sich im Kongo die gefährliche Ebola-Krankheit ausbreitet, kommen in Genf die Mitgliedsländer der Weltgesundheitsorganisation zusammen.

Genf (epd). Überschattet vom Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo hat am Montag die Weltgesundheitsversammlung begonnen. Zum Auftakt der Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf warnte eine Gruppe von Experten, dass die Welt nicht genügend für neue Pandemien gewappnet sei.

Ausbrüche von Infektionskrankheiten treten laut einem Bericht der Fachleute nicht nur häufiger auf, sondern verursachen auch zunehmend größere Schäden, mit weitreichenden gesundheitlichen, wirtschaftlichen, politischen und sozialen Folgen. Die Fachleute des „Global Preparedness Monitoring Board“ betonten, dass die Investitionen der vergangenen zehn Jahre nicht mit dem steigenden Risiko Schritt gehalten hätten.

Beratungen über Pandemie-Vertrag

An der sechstägigen Versammlung nimmt auch Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) teil. Die Delegierten beraten über einen neuen Pandemie-Vertrag und über das Budget der WHO, das durch den Austritt der USA erheblich geschwächt wurde.

Die WHO hatte den jüngsten Ebola-Ausbruch im Kongo und Uganda am Sonntag als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft. Alles deute darauf hin, dass es sich um einen potenziell weitaus größeren Ausbruch der hochansteckenden Infektionskrankheit handele als derzeit bekannt. Es handele sich jedoch nicht um eine Pandemie, betonte Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Mehr als 240 Verdachtsfälle

Der Ebola-Ausbruch in den beiden afrikanischen Ländern wird auf die Bundibugyo-Variante des Virus zurückgeführt, für die es keinen Impfstoff gibt. Bis Samstag wurden laut WHO in der kongolesischen Provinz Ituri acht laborbestätigte Krankheitsverläufe und 246 Verdachtsfälle gemeldet. Die WHO nannte 80 mutmaßliche Todesfälle. Am Samstag sei zudem ein laborbestätigter Fall in der Hauptstadt Kinshasa gemeldet worden. Ferner wurden den Angaben nach in Ugandas Hauptstadt Kampala zwei laborbestätigte Fälle bei zwei Reisenden aus dem Kongo erfasst. In einem Fall sei der Tod eingetreten.