Synodaler Weg: Sorge vor "Stoppschild" aus Rom

Synodaler Weg: Sorge vor "Stoppschild" aus Rom
Der Synodale Weg war die Antwort der katholischen Kirche in Deutschland auf den Missbrauchsskandal - ein Reformprozess, in dem Bischöfe und Laien gemeinsam um Konsequenzen und Veränderungen ringen. Der Fortgang bedarf noch der Zustimmung aus Rom.

Würzburg (epd). Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, hat vor einem Abbruch des Synodalen Weges gewarnt. Sie könne nur hoffen, dass die deutschen Bischöfe aus Rom diesmal kein „Stoppschild“ erhalten wie damals bei der Schwangerenkonfliktberatung, sagte sie am Samstag auf einem Podium des Katholikentags in Würzburg.

„Ich erinnere, wie das damals bei der Abtreibungsfrage war“, betonte Stetter-Karp: „Warum wurden die deutschen Bischöfe gezwungen, aus der Beratung auszusteigen? Auch, weil es nach Rom getragen wurde.“ Sie glaube allerdings, dass man diesmal einen Schritt weiter sei: „Wir gehen zuversichtlich von einer baldigen positiven Nachricht aus Rom aus.“

Die deutschen katholischen Bischöfe stiegen Ende der 1990er Jahre aus dem staatlichen System der Schwangerenkonfliktberatung aus. Nach einem Schreiben von Papst Johannes Paul II. beschlossen sie 1999 den Ausstieg, ab 2000 stellten die Bistümer keine Beratungsscheine mehr aus.

Wilmer: Missbrauch nichts weniger als „Verbrechen“

Der Reformdialog Synodaler Weg war 2019 zur Überwindung des Vertrauensverlusts und der Missbrauchskrise zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK als Laienorganisation vereinbart worden.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, bezeichnete das Ausmaß des Missbrauchsskandals als kaum beschreibbar. Es gehe dabei nicht nur um einen „furchtbaren Skandal“ und massive Vertuschung, sondern um nichts weniger als „Verbrechen“, sagte der Hildesheimer Bischof in Würzburg.

Die Synodalkonferenz, in der Bischöfe und Laien erstmals gemeinsam beraten und Beschlüsse fassen sollen, bedarf noch der Zustimmung aus Rom. In der Vergangenheit hatte der Vatikan mehrfach Vorbehalte gegenüber dem Projekt geäußert. Eine ursprünglich für November geplante konstituierende Sitzung der Synodalkonferenz wird in der angedachten Form nicht stattfinden, da dafür nach Angaben des ZdK eine Anerkennung (Recognitio) bereits Anfang Mai nötig gewesen wäre.