Berlin (epd). Die Schauspielerin Uschi Glas fordert mehr Engagement für die Demokratie. „Ich blicke auf die Vergangenheit meiner Eltern, in meinen Albträumen sehe ich 1933, die Machtübernahme. Und dann denke ich: Wir dürfen nicht noch länger warten, wir müssen aufstehen und für die Demokratie kämpfen“, sagte die 82-Jährige im Interview mit der „wochentaz“ (Ausgabe 16. Mai).
Uschi Glas („Zur Sache Schätzchen“, „Fack ju Göthe“) engagiert sich demnach schon lange gegen Antisemitismus. Nach dem Hamas-Angriff am 7. Oktober 2023 auf Israel lief sie in München regelmäßig bei Demonstrationen für die Befreiung der Geiseln mit. Für sie sei die schweigende Mehrheit die größte Gefahr für die Demokratie, sagte die Schauspielerin.
„Halten sich einfach raus“
Glas verneinte, dass alle Leute, die nach dem 7. Oktober nicht auf die Straßen gegangen seien, etwas gegen Israel oder gegen jüdische Mitbürger hätten: „Sie halten sich einfach raus, und das finde ich falsch.“
In Deutschland lebten ungefähr 225.000 Jüdinnen und Juden bei insgesamt 83 Millionen Menschen. „Die Zahl ist nicht besonders groß, trotzdem sind wir nicht imstande, diese Minderheit richtig zu schützen. Das ist für mich wirklich ein Unding.“
Nie mit dem Strom geschwommen
Sie sei immer politisch gewesen, habe sich nie weggeduckt, sagte Glas. Sie sei auch nie einfach mit dem Strom geschwommen: „Bei den 68ern hieß es zum Beispiel: Du musst unbedingt links sein. Wenn du nicht links warst, warst du ein Spießbürger oder ein Idiot. Auch wenn es Nachteile hatte, dachte ich: Ich muss bei mir bleiben. Das ist für mich ein Grundsatz, den ich auch jungen Kolleginnen mit auf den Weg gebe.“




