Wiesbaden (epd). Bei der Kinderversorgung übernehmen Väter vor allem solche Aufgaben, die mit einer höheren Lebenszufriedenheit einhergehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch vorgestellte Untersuchung des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), die Daten zum Wohlbefinden von Vätern aus neun europäischen Ländern ausgewertet hat. Väter beteiligen sich demnach insbesondere an Freizeitaktivitäten oder spielen mit ihren Kindern. Der Anteil derjenigen, die regelmäßig auch Aufgaben wie Anziehen, die Essenszubereitung oder die Betreuung kranker Kinder übernehmen, ist deutlich niedriger.
Dabei zeigten sich im Vergleich der untersuchten Länder große Unterschiede. So gaben in Deutschland 64 Prozent der befragten Väter an, mindestens so häufig mit den Kindern zu spielen wie ihre Partnerin. In Ländern wie Frankreich (82 Prozent), Großbritannien (84 Prozent) oder Norwegen (95 Prozent) war der Wert deutlich höher. Befragt wurden insgesamt 5.501 Väter.
Skandinavische Väter vor deutschen
Beim Anziehen von Kindern sehen sich 34 Prozent der deutschen Väter ebenso eingebunden wie die Mutter, bei der Betreuung kranker Kinder 42 Prozent und bei der Essenszubereitung 45 Prozent. Auch hier belegen die Deutschen neben den tschechischen Vätern im Europa-Vergleich einen der hinteren Plätze. Vorreiter bei der gleichen Verteilung der Aufgaben sind Norweger und Finnen, die Norweger etwa geben zu 80 Prozent an, kranke Kinder zu betreuen.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass „nicht allein das Ausmaß der Beteiligung an Kinderbetreuung an sich entscheidend ist, sondern auch die Art der übernommenen Aufgaben“. Für eine ausgewogene Verteilung der Betreuungsarbeit seien Rahmenbedingungen gefragt, „die die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit mit zeitgebundenen oder kurzfristig anfallenden Betreuungs- und Versorgungsaufgaben verbessern, etwa durch flexiblere Arbeitszeiten für Eltern“, erklärte Mitautor Claudius Garten.




