Genf (epd). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zu mehr Hilfe für die Verletzten des Nahost-Konflikts zwischen der Terrorgruppe Hamas und Israel im Gaza-Streifen aufgerufen. Von den 172.000 Verletzten hätten schätzungsweise 43.000 lebensverändernde Verwundungen und Verstümmelungen erlitten, erklärte die WHO-Beauftragte für die besetzten palästinensischen Gebiete, Reinhilde Van de Weerdt, am Dienstag in Genf.
Rund ein Viertel der Menschen mit lebensverändernden Verstümmelungen seien Kinder. Die WHO berichtete von mehr als 22.000 schweren Verletzungen an den Gliedmaßen. In mehr als 5.000 Fällen hätten Gliedmaße amputiert werden müssen. Mehr als 3.400 Fälle von schweren Verbrennungen seien erfasst worden.
Kein Reha-Material
Zudem hätten Menschen Verletzungen an Wirbelsäure und Hirn erlitten, hieß es. Zehntausende Menschen benötigten eine langfristige Behandlung. Die Möglichkeiten der Rehabilitation im Gaza-Streifen seien jedoch sehr beschränkt. Keine Reha-Einrichtung in dem Gebiet sei voll funktionsfähig und in den Krankenhäusern herrsche Mangel.
Seit Mai 2024 sind nach WHO-Angaben keine Reha-Ausrüstungen für den Gebrauch in Gesundheitseinrichtungen mehr in das Küstengebiet gelangt. Mitte April hätten sich 18 Lieferungen an Reha-Material aufgestaut, deren Transporteure auf eine Einfuhrerlaubnis warteten. Es handele sich etwa um Rollstühle oder Prothesen.
Brüchige Waffenruhe
Die Hamas hatte im Oktober 2023 Israel überfallen und damit den Nahostkrieg ausgelöst. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive gegen den Gaza-Streifen, den die Hamas seinerzeit komplett beherrschte. Das israelische Bombardement tötete laut UN Zehntausende Menschen und zerstörte weite Teile des Gaza-Streifens. Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe, die jedoch sehr brüchig ist.




