"Open Doors": Christenverfolgung stärker politisch thematisieren

"Open Doors": Christenverfolgung stärker politisch thematisieren
Millionen Christen weltweit leiden wegen ihres Glaubens unter Druck und Gewalt. "Open Doors"-Leiter Markus Rode fordert mehr Aufmerksamkeit - in Öffentlichkeit und Politik.
11.05.2026
epd
epd-Gespräch: Matthias Pankau (epd)

Karlsruhe, Kelkheim (epd). Der Leiter des Hilfswerks „Open Doors“, Markus Rode, hat eine zu geringe Wahrnehmung des Themas Christenverfolgung in Deutschland und Europa beklagt. Es fehle häufig an Wissen über das Ausmaß der Verfolgung, sagte Rode dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zudem sei Religionsfreiheit hierzulande so selbstverständlich, dass sich viele Menschen die Realität von Gefängnis, Vertreibung oder Gewalt aus Glaubensgründen kaum vorstellen könnten.

„Open Doors“ veranstaltet vom 14. bis 16. Mai in der dm-Arena in Karlsruhe einen Kongress zum Thema Christenverfolgung, bei dem auch Betroffene aus verschiedenen Ländern berichten werden. Nach Einschätzung des missionarisch ausgerichteten Hilfswerks sind weltweit mehr als 388 Millionen Christen wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Die Daten liefern den Angaben zufolge kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte, Analysten sowie Experten von „Open Doors International“.

Appell: Diplomatische Möglichkeiten nutzen

Christen würden in vielen Ländern aus unterschiedlichen Gründen bedrängt, etwa durch autoritäre Regierungen, religiösen Extremismus oder gesellschaftlichen Druck, so Rode. Besonders betroffen seien Konvertiten, die sich bewusst für den christlichen Glauben entscheiden und oft aus dem engsten familiären Umfeld heraus verfolgt würden. Besorgniserregend sei zudem die Lage in Teilen Subsahara-Afrikas, wo Christen zunehmend Opfer islamistischer Gewalt würden.

Rode forderte, Religionsfreiheit stärker in der deutschen Außen-, Entwicklungs- und Menschenrechtspolitik zu verankern. Deutschland habe diplomatische und wirtschaftliche Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen und das Thema klar anzusprechen. Zugleich müsse der Schutz Betroffener gewährleistet bleiben. Verfolgte Christen seien nicht nur Opfer, betonte Rode, sondern engagierten sich vielfach selbst in Bildung, Gesundheitsversorgung sowie für Versöhnung und Frieden.