"Nicht als Waisen zurücklassen": Bischof eröffnet Renovabis-Aktion

"Nicht als Waisen zurücklassen": Bischof eröffnet Renovabis-Aktion
Zur Eröffnung der Pfingstaktion des katholischen Osteuropa-Hilfswerks Renovabis erinnert Bischof Meier an die "Botschaft Jesu von der alle umfassenden Nächstenliebe".

Augsburg (epd). Mit einem Festgottesdienst ist am Sonntag die Renovabis-Pfingstaktion bundesweit im Augsburger Dom eröffnet worden. In seiner Predigt ging Bischof Bertram Meier auf die „äußerst schmerzliche Realität“ in vielen Ländern im Osten Europas und in Zentralasien ein. Viele Kinder und Jugendliche dort seien kriegsbedingt Halb- oder Vollwaisen, sagte Meier laut Predigtmanuskript. Hinzu kämen die „EU-Waisen“, deren Eltern fern der Heimat Arbeit suchen. Zudem fühlten sich seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine viele Jugendliche „von allen verlassen und verwaist: mutterseelenallein“.

Die frohe Botschaft Jesu für diese Menschen stehe im Johannesevangelium: „Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch.“ Hier setzt laut Meier die Unterstützung von Renovabis, dem katholischen Osteuropa-Hilfswerk in 29 Ländern, an. In den 33 Jahren seit seiner Gründung seien bis zu 28.000 Projekte nach dem „Partner-Prinzip“ ermöglicht worden. So sei der Einsatz für „Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden“ vor Ort gefördert worden.

„Setzen wir den Einflüsterern die Botschaft Jesu entgegen“

Zum Motto der Pfingstaktion „zusammen_wachsen, damit Europa menschlich bleibt“ sagte der Bischof: „Als Christinnen und Christen wollen wir zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen.“ Hilfe zur Selbsthilfe setze Fähigkeiten frei und mache weniger anfällig für populistische Ideologien. Meier appellierte: „Setzen wir den Vereinfachern und Einflüsterern unserer Tage die Botschaft Jesu von der alle umfassenden Nächstenliebe entgegen.“ Christen seien zum Mitleiden aufgerufen. Mit dem Heiligen Geist habe Christus ihnen einen Beistand für immer verheißen.

Die Renovabis-Pfingstaktion ruft jedes Jahr zur Solidarität mit Menschen in Osteuropa auf. Sie beginnt immer zwei Wochen vor Pfingsten und endet am Pfingstsonntag mit einer Kollekte in allen katholischen Pfarrgemeinden.