Papst Leo XIV. feiert ersten Jahrestag im Amt

Papst Leo XIV. feiert ersten Jahrestag im Amt
Vor einem Jahr kam Papst Leo XIV. ins Amt. Sein entschiedenes Eintreten für Frieden und Gerechtigkeit hat die Weltpolitik der vergangenen Wochen geprägt. Damit erwarb er sich den Respekt vieler Gratulanten.
08.05.2026
epd
Von Almut Siefert und Franziska Hein (epd)

Frankfurt a.M. (epd). Ein Jahr nach seiner Wahl zum Papst haben Politiker und Kirchenvertreter Leo XIV. für sein Friedensengagement gewürdigt. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dankte dem Oberhaupt der katholischen Kirche für seine „unermüdliche Botschaft des Glaubens, der Hoffnung, des Friedens, des Dialogs zwischen den Völkern und der Nähe zu den Schwächsten“, wie sie am Freitagmorgen auf dem Kurznachrichtendienst X schrieb. In einer komplexen Zeit, die von großen Unsicherheiten geprägt sei, stelle Leos Stimme weltweit einen Bezugspunkt dar - nicht nur für Christen. Auch aus Deutschland kamen Würdigungen.

Am 8. Mai 2025 war der Kardinal Robert Francis Prevost als Nachfolger des verstorbenen Franziskus zum 267. Papst gewählt worden. Er nahm den Namen Leo XIV. an. Mit der Annahme der Wahl war der neugewählte Papst rechtmäßig als Pontifex im Amt. Mit einem Gottesdienst vor dem Petersdom am 18. Mai und der Übergabe aller Insignien wurde Papst Leo in sein Amt eingeführt.

Fokus auf Frieden und soziale Gerechtigkeit

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, dankte dem Papst für dessen Einsatz für Frieden, soziale Gerechtigkeit und die synodale Erneuerung der Kirche. Leo habe sein Pontifikat von Beginn an unter das Leitwort des Friedens gestellt und mit seinem ersten Lehrschreiben „Dilexi te“ (Über die Liebe zu den Armen) die Armen in den Mittelpunkt gerückt, erklärte Wilmer am Freitag laut Mitteilung der Bischofskonferenz in Bonn. Zugleich hob er Leos Einsatz für Ökumene und den interreligiösen Dialog hervor.

Nach Ansicht des Münchner Kardinals Reinhard Marx ist Papst Leo „eine Stimme der ganzen Menschheit“. Wie der frühere Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz der Mediengruppe Bayern (Freitag) sagte, ist der Papst frei von nationalen oder wirtschaftlichen Interessen. Somit könne Leo „gerade deshalb Einfluss nehmen auf weltpolitische Fragen“ sowie zum Frieden und zur Versöhnung mahnen. Wenn seine Friedensbotschaft auf Kritik von Staatschefs stoße, sei das nicht wirklich eine Überraschung, sagte Marx mit Blick auf Spannungen zwischen Leo und der US-Regierung von Präsident Donald Trump in den zurückliegenden Wochen.

Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) sprach dem Kirchenoberhaupt ihren Respekt aus. „Vor der Klarheit und Unaufgeregtheit, mit der Papst Leo XIV. öffentlich Stellung bezieht beispielsweise zu den ethischen Fragen um Krieg und Frieden, aber auch zu den populistischen Äußerungen des amerikanischen Präsidenten, habe ich hohen Respekt“, erklärte der Catholica-Beauftragte, Landesbischof Christian Kopp.

Papst in Pompeji

Der Papst selbst besuchte am Freitag die Region Neapel. Am Freitagmorgen feierte er eine Messe in Pompeji, das für die Ruinen seiner antiken Stadt bekannt ist. In seiner Predigt sagte Leo, der weltweite Frieden sei durch internationale Spannungen und eine Wirtschaft gefährdet, die den Waffenhandel dem Respekt vor dem menschlichen Leben vorziehe.

Am kommenden Freitag soll Leos erste Enzyklika, also sein erstes umfassendes Lehrschreiben, veröffentlicht werden. Auch darin soll das Thema Frieden eine zentrale Rolle einnehmen.