Interkulturelle Woche: Kirchen mahnen Solidarität an

Interkulturelle Woche: Kirchen mahnen Solidarität an
Angesichts gesellschaftlicher Spannungen wollen die Kirchen mit der im Herbst stattfindenden Interkulturellen Woche Haltung zeigen, Demokratie stärken und Ausgrenzung entschieden entgegentreten. Die Initiative steht unter dem Leitwort "Dafür!"

Hannover, Bonn (epd). Die Kirchen in Deutschland rufen zur 51. Interkulturellen Woche auf. Die Initiative vom 27. September bis 4. Oktober soll ein klares Zeichen für Hoffnung, Zusammenhalt und Menschenwürde aussenden, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die katholische Deutsche Bischofskonferenz am Mittwoch mitteilten. An der Aktion unter dem Motto „Dafür!“ beteiligt sich traditionell auch die Griechisch-Orthodoxe Metropolie.

„Mit Blick auf die prognostizierten Zustimmungswerte für völkisch-nationalistische Kräfte bei den diesjährigen Wahlen warnen die Kirchen vor einer Schwächung demokratischer Strukturen, dem Verlust von Solidarität und einer zunehmenden Ausgrenzung von Menschen“, erklärten EKD und Bischofskonferenz weiter. Gerade jetzt gelte es, klar Haltung zu zeigen, Menschenwürde zu schützen und sich nicht einschüchtern zu lassen.

Kirchen: Schutzsuchende brauchen sichere Orte

„Christlicher Glaube heißt, an der Seite der Schwachen und Schutzsuchenden zu stehen - unabhängig davon, woher sie kommen oder warum sie fliehen mussten“, betonten der Vorsitzende der Bischofskonferenz Heiner Wilmer, die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs sowie der Vorsitzende der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland, Metropolit Augoustinos.

Mit Gottesdiensten und Bildungsangeboten lade die Aktions-Woche dazu ein, Zusammenleben konkret zu erfahren. Zur europäischen Asylpolitik erklärten die Kirchen: Wer Schutz suche, brauche faire Verfahren, sichere Orte und menschenwürdige Aufnahmebedingungen.

Die bundesweite Interkulturelle Woche findet seit 1975 statt und wird von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Migrantenorganisationen sowie Religionsgemeinschaften unterstützt. Den Angaben zufolge gibt es in mehr als 760 Städten und Gemeinden rund 6.000 Veranstaltungen. Die Auftaktveranstaltung findet in diesem Jahr in Leipzig statt.