Neue Debatte über Regelung zur Organspende

Neue Debatte über Regelung zur Organspende
Wegen niedriger Organspende-Zahlen wird immer wieder diskutiert, ob die deutsche Regelung geändert werden muss. Anders als in anderen Ländern gilt, dass vor einer Spende die Zustimmung notwendig ist. Eine Gruppe von Abgeordneten findet das richtig.

Berlin (epd). Im Bundestag steht eine neue Debatte über die deutsche Organspende-Regelung bevor. Am Mittwoch veröffentlichte eine Gruppe von Abgeordneten mehrerer Fraktionen einen Antrag, der sich gegen Bestrebungen wendet, die sogenannte Widerspruchsregelung einzuführen. Mehr Organspenden sollten stattdessen mit Freiwilligkeit, besserer Aufklärung und Erleichterungen bei der Dokumentation des eigenen Willens erreicht werden, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Befürworter der Widerspruchsregelung wollen am Donnerstag ihren Vorschlag präsentieren.

In Deutschland gilt, dass nach dem Tod einer Person Organe nur dann zum Zweck einer Spende entnommen werden dürfen, wenn sie oder deren nächste Angehörige dem zustimmen. Bei der Widerspruchsregelung würde gelten, dass Organe entnommen werden können, wenn kein Widerspruch vorliegt. Befürworter argumentieren, dass es in Ländern, in denen diese Regelung gilt, mehr Organe gespendet und damit Leben gerettet werden.

Antrag fordert zugänglicheres Online-Register

Die Abgeordneten, die das anders sehen, erklärten, die Widerspruchsregelung sei eine „Scheinlösung“. Es gebe keine ausreichende Evidenz, dass sie zu mehr Organspenden führe. „Stattdessen bedeutet sie einen Eingriff in die Grundrechte“, erklärte die Gruppe, der unter anderem Michael Brand (CDU), Lars Castellucci (SPD), Ates Gürpinar (Linke) und Kirsten Kappert-Gonther (Grüne) angehören.

Sie beklagen, dass das erst vor wenigen Jahren eingeführte Organspende-Register durch „unnötige technische Barrieren“ die Dokumentation der Spendebereitschaft erschwere. In ihrem Antrag fordern sie, eine barrierefreie und niedrigschwellige Möglichkeit zu schaffen sowie Aufklärung und Information über Organspende auszubauen.