Berlin (epd). Ein Jahr nach dem Tod der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025) plant die nach ihr benannte Stiftung den Aufbau einer Akademie mit Bildungsangeboten. „Wichtig ist uns, junge Menschen zu stärken, damit sie sich aktiv gegen Antisemitismus und Ausgrenzung engagieren“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer, am Mittwoch in Berlin.
Anlässlich des ersten Todestages von Friedländer am 9. Mai startete die Stiftung dazu eine Spendenkampagne mit dem Titel „Seid Ihr die Zeitzeugen, die wir nicht mehr sein können“. Die bis zuletzt als Zeitzeugin aktive Margot Friedländer war im vergangenen Jahr im Alter von 103 Jahren gestorben. Sie hatte die Stiftung im Sommer 2023 noch selbst gegründet.
Fellows sollen Botschaften weitergeben
Stiftungschef Dreinhöfer sagte, die geplante Akademie sei als „dauerhafte Struktur für unsere Bildungsarbeit“ konzipiert. Es gehe um „die Weitergabe der Botschaften und des Vermächtnisses Margot Friedländers an kommende Generationen“. Zentrales Element ist nach seinen Worten die Ausbildung von sogenannten Fellows. Sie sollen bundesweit an Schulen Workshops und Projekttage zu Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie gestalten.
Friedländer wurde als Jüdin in der NS-Zeit in das KZ Theresienstadt verschleppt, überlebte den Nazi-Terror und emigrierte 1946 in die USA. Mit 88 Jahren kam sie zurück nach Berlin und engagierte sich als Zeitzeugin. Am Donnerstag soll in Berlin in einer Feierstunde der Vorplatz des Abgeordnetenhauses den Namen „Margot-Friedländer-Platz“ erhalten.




