Wiesbaden (epd). Im vergangenen Jahr haben sich rund 3,2 Millionen Menschen eine Arbeit gewünscht, konnten aber keine aufnehmen. Die sogenannte Stille Reserve des Arbeitsmarkts sei im Vergleich zum Jahr 2024 somit um 70.000 Menschen gewachsen (plus 2,3 Prozent), teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit.
Zur Stillen Reserve zählt das Bundesamt Personen ohne Arbeit, die zwar kurzfristig nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind und momentan nicht aktiv nach Arbeit suchen, sich aber trotzdem Arbeit wünschen. Im vergangenen Jahr waren das rund 1,8 Millionen Frauen (55,2 Prozent) und etwa 1,4 Millionen Männer.
Unterschiedliche Hauptgründe bei Männern und Frauen
Zu den Gründen gab das Statistische Bundesamt an, dass im vergangenen Jahr 30,7 Prozent der Frauen in der Stillen Reserve zwischen 25 und 59 Jahren aufgrund von Betreuungspflichten keine Arbeit aufnehmen konnten. 23,6 Prozent waren aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage zu arbeiten. Bei den Männern dieser Altersgruppe waren demnach gesundheitliche Einschränkungen der Hauptgrund (35,6 Prozent), während 5,3 Prozent durch Betreuungspflichten vom Arbeitsmarkt abgehalten wurden.
Deutlich mehr als die Hälfte der Personen in der Stillen Reserve (59,5 Prozent) hatten laut Bundesamt eine mittlere oder hohe Qualifikation, also eine Berufsausbildung oder eine Hochschulreife. Frauen waren im Schnitt (61,9 Prozent) besser qualifiziert als Männer (56,2 Prozent).
Insgesamt verzeichnete das Statistische Bundesamt für das vergangene Jahr fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren, die sich Arbeit wünschten. Das sei ein Anstieg um 5,2 Prozent oder 240.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Neben den 3,2 Millionen Menschen in der Stillen Reserve waren das 1,7 Millionen arbeitssuchende Erwerbslose (plus 170.000 oder plus 11,3 Prozent).




