Naturschutzverbände: Buckelwal hat Defizite im Meeresschutz gezeigt

Naturschutzverbände: Buckelwal hat Defizite im Meeresschutz gezeigt
Nord- und Ostsee sind trotz ausgewiesener Schutzgebiete Umweltverbänden zufolge in einem schlechtem Zustand - vor allem wegen mangelnder Umsetzung von bestehenden Schutzregeln, schädlicher Fangmethoden und hoher Nährstoffbelastung.

Berlin (epd). Naturschutzverbände haben einen besseren Meeresschutz in Deutschland gefordert. „Der gestrandete Buckelwal in der Ostsee hat in den vergangenen Wochen für großes öffentliches Interesse gesorgt. Sein Schicksal steht exemplarisch für die Herausforderungen der deutschen Meeresschutzpolitik insgesamt“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Meeresschutz-Appell zu der am Mittwoch in Leipzig stattfindenden Umweltministerkonferenz. Bund und Länder müssten dringende Schutzmaßnahmen endlich konsequent umsetzen, so unter anderem NABU, BUND und WWF.

„45 Prozent der deutschen Nord- und Ostsee sind als Meeresschutzgebiete ausgewiesen und doch befinden sich diese Meere in einem besorgniserregend schlechten Zustand“, heißt es weiter. Es mangele nicht an Instrumenten und Schutzmaßnahmen, sondern es fehle an der Ambition und Durchsetzung der Schutzziele. „Die Politik muss jetzt die Ärmel hochkrempeln, um Nord- und Ostsee zu einem gesunden und sicheren Lebensraum zu machen“, erklärte Heike Vesper, Vorständin Transformation Politik & Wirtschaft beim WWF Deutschland.

Kritik an hoher Nährstoffbelastung

Den Schutzzielen zuwiderlaufende Aktivitäten wie der Einsatz von Grundschlepp- und Stellnetzen müssten ausgeschlossen oder durch naturverträgliche Fanggeräte abgelöst werden, so der Appell. Zur Umsetzung des strengen Schutzes von zehn Prozent der deutschen Meeresflächen nach EU-Biodiversitätsstrategie sollte nach Ansicht der Umweltverbände mindestens die Hälfte der heutigen Meeresschutzgebiete vollständig ungenutzt bleiben. Die Nährstoffbelastung der Nord- und insbesondere der Ostsee verhindere zudem die Erholung beider Meere.