Genf (epd). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat zusammen mit dem Roten Kreuz und „Ärzte ohne Grenzen“ die Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in Kriegen und Konflikten angeprangert. In den vergangenen zehn Jahre hätten sich die Attacken weiter verschlimmert, warnten die Chefs der drei Organisationen am Montag in Genf.
Sie erinnerten an die Verabschiedung der Resolution 2286 im UN-Sicherheitsrat im Mai 2016, welche den Schutz von Krankenhäusern, Kliniken, Ambulanzen, Personal und Patienten fordert. Die Resolution hält fest, dass beabsichtigte Angriffe auf das Gesundheitswesen Kriegsverbrechen sind. Die drei Chefs der Hilfswerke verlangten nun, dass die Staaten die Resolution endlich umsetzen.
Angriffe auf Krankenhäuser und Ärzte
Jeden Tag erlebten die Teams der drei Organisationen die katastrophalen Folgen der Angriffe. Krankenhäuser würden in Schutt und Asche gelegt, Rettungswagen aufgehalten. Ärzte, Pflegekräfte und Patienten gerieten in tödliche Angriffe, heißt es in dem Aufruf, der im Namen der Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Mirjana Spoljaric, des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus und des Präsidenten von „Ärzte ohne Grenzen“, Mohamed Javid Abdelmoneim, veröffentlicht wurde.
Die WHO hat für das laufende Jahr 2026 bereits 518 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in zwölf Ländern erfasst, darunter im Libanon und in der Ukraine. Dabei seien 402 Menschen getötet und 894 verletzt worden. Das humanitäre Völkerrecht stellt Gesundheitseinrichtungen unter einen besonderen Schutz, die Resolution 2286 bekräftigt dies.




