Frankfurt a.M. (epd). Über 230 Organisationen weltweit haben mehr Gerechtigkeit und Umweltschutz in der Bekleidungsindustrie gefordert. Während die Modekonzerne immer reicher würden, kämpften Millionen Beschäftigte der Textilbranche, vor allem Frauen, ums Überleben, hieß es in dem am Freitag veröffentlichten „Just Fashion Manifest“. „Die Geschäftsmodelle der Modebranche basieren auf der rücksichtslosen Ausbeutung von Arbeitskräften und Ressourcen unseres Planeten.“
Die Unterzeichnenden des Manifests, denen auch 37 deutsche Organisationen und Gruppen angehören, fordern eine bessere Verteilung der Gewinne entlang der Lieferketten durch existenzsichernde Löhne und soziale Absicherung mit gleichzeitigem Umwelt- und Klimaschutz. Durch die Überproduktion der Branche würden Böden zerstört, Gewässer vergiftet und Entwaldung und Artensterben beschleunigt, während Mülldeponien und Flüsse vor kaum getragenen Kleidungsstücken überquellten. Derzeitige Lösungsvorschläge der Modekonzerne zur Klimakrise drohten die Lage der Beschäftigten sogar zu verschlechtern.
Aufruf auch an Kundinnen und Kunden
Es brauche ein neues Modesystem, das die Würde von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie die Wiederherstellung des Planeten ins Zentrum stelle, hieß es im Manifest, das vom internationalen Netzwerk Kampagne für Saubere Kleidung initiiert wurde. Neben menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und einem Mitspracherecht der Beschäftigten fordern die Organisationen ein Ende der Überproduktion und die Herstellung hochwertiger und nachhaltiger Kleidung statt Billigprodukten. Auch müsse sichergestellt werden, dass Unternehmen für alle von ihnen verursachten sozialen und ökologischen Schäden haften.
Das Manifest entstand nach Angaben der Kampagne für Saubere Kleidung durch einen Konsultationsprozess, an dem auch Vertretungen von Beschäftigten in der Industrie beteiligt waren. Es sei ein Aufruf zum Handeln für jeden Einzelnen.




