Breites Lob für erste Konferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas

Breites Lob für erste Konferenz zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas
Regierungsvertreter aus aller Welt haben in Kolumbien über einen Fahrplan für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen verhandelt. Klimaschützer sehen darin einen Meilenstein.
30.04.2026
epd
Von Moritz Elliesen (epd)

Frankfurt a.M., Santa Marta (epd). Zum Abschluss der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ziehen Klimaschutzorganisationen eine positive Bilanz. Der Umweltverband WWF Deutschland sieht in dem mehrtägigen Treffen im kolumbianischen Santa Marta, das am Mittwoch (Ortszeit) endete, einen „entscheidenden Meilenstein bei der Umsetzung der Energiewende weg von fossilen Brennstoffen“. Germanwatch lobte am Donnerstag, dass mehr als 50 Länder konstruktiv über Wege aus fossilen Energien diskutiert hätten.

Auch Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth, der Deutschland bei der Konferenz vertreten hatte, blickt zufrieden auf die Gespräche. Erstmals hätten sich mehr als 50 Staaten aus aller Welt „in dieser Breite und Intensität zusammengefunden, um konkrete Schritte für den Ausstieg aus Öl, Gas und Kohle zu beraten und Erfahrungen eng auszutauschen“, sagte Flasbarth.

Keine neuen Ziele beschlossen

Die Konferenz war eine gemeinsame Initiative Kolumbiens und der Niederlande. Von Freitag bis Mittwoch hatten 57 Länder in Santa Marta über einen Fahrplan für einen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas beraten. Neben Regierungen waren auch Wissenschaftler, Aktivistinnen und Entwicklungsbanken vertreten. Die Konferenz war offiziell nicht Teil der Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen. Allerdings sollen die Beratungen in die kommende UN-Klimakonferenz COP 31 im türkischen Antalya im November einfließen.

Bei dem Treffen wurden keine neuen Ziele beschlossen, sondern über die Umsetzung der Energiewende beraten. Allerdings wurde unter anderem die Einrichtung einer Arbeitsgruppe vereinbart, die Länder dabei unterstützen soll, Fahrpläne für einen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas zu entwickeln. Für nächstes Jahr ist eine Folgekonferenz in dem pazifischen Inselstaat Tuvalu geplant, der durch den Anstieg des Meeresspiegels bedroht ist.

Die Klimachefin beim WWF Deutschland, Viviane Raddatz, sprach nach Abschluss des Treffens von einem „ermutigenden Signal“. Die Konferenz ermögliche es, „die beschlossen Ziele zur Abkehr von fossilen Energien in konkrete Schritte und Arbeitsstränge zu übersetzen“, sagte sie.

Breite Allianz in Santa Marta

Petter Lydén, Bereichsleiter für Internationale Klimapolitik bei Germanwatch, unterstrich, dass die Diskussionen in Santa Marta den „weltweiten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas entscheidend vorantreiben“ könnten. Auch aus Sicht des katholischen Hilfswerks Misereor wurde mit dem Treffen eine „entscheidende politische Weichenstellung für erneuerbare Energien erbracht“.

Die Weltgemeinschaft hatte sich beim Weltklimagipfel 2023 in Dubai im Grundsatz auf eine Abkehr von Kohle, Öl und Gas geeinigt. Die Verhandlungen über verbindlichere Ziele scheiterten jedoch bei den darauffolgenden UN-Konferenzen. In Santa Marta war eine breite Allianz aus Industrienationen und Ländern des Globalen Südens vertreten. Ölförderländer wie Saudi-Arabien, die sich bei den UN-Verhandlungen gegen ambitionierte Beschlüsse wehren, saßen nicht mit am Tisch. Auch die zwei größten Emittenten von Treibhausgasen, die USA und China, waren nicht vertreten.