Berlin, München (epd). Die Bildungschancen in Deutschland hängen einer Studie zufolge weiter entscheidend von sozialer Herkunft und Geschlecht ab. Dabei fallen Bildung und Einkommen der Eltern besonders stark ins Gewicht, heißt es in dem am Dienstag in Berlin vorgestellten „Chancenmonitor“ des Münchner ifo Instituts. So liege die Wahrscheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, bei nur 16,9 Prozent, wenn ein Kind bei Eltern ohne Abitur aus dem untersten Einkommensviertel aufwächst. Dabei spiele ein möglicher Migrationshintergrund keine Rolle.
Wachsen Kinder dagegen bei Eltern mit Abitur aus dem obersten Einkommensviertel auf, liegt die Chance für einen Gymnasialbesuch bei 80,3 Prozent. Auch dabei fällt ein möglicher Migrationshintergrund nicht ins Gewicht. „Unsere Analyse zeigt, wie stark die Chance auf einen Gymnasialbesuch von Elternbildung und Einkommen bestimmt wird“, sagte der Leiter des ifo-Zentrums für Bildungsökonomik, Ludger Wößmann.
Gender Gap zulasten von Jungen
Zudem haben laut ifo-Forscherin Vera Freundl Jungen systematisch geringere Bildungschancen als Mädchen. „Während 43,5 Prozent der Mädchen ein Gymnasium besuchen, sind es nur 36,9 Prozent der Jungen“, so Freundl. Im Alter von 16 bis 18 Jahren verstärke sich dieser Gender Gap zulasten der Jungen von 6,6 auf 9,6 Prozentpunkte. Zugleich falle er für Jungen in den obersten Bildungs- und Einkommensgruppen geringer aus.
Auftraggeber des „Chancenmonitors“ ist der Verein „Ein Herz für Kinder“ der „Bild“-Zeitung. Ausgewertet wurden den Angaben zufolge die Daten von knapp 68.000 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren.




