Pflegebevollmächtigte will Geldleistungen unkomplizierter machen

Pflegebevollmächtigte will Geldleistungen unkomplizierter machen
Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler, hält die derzeitigen Unterstützungszahlungen für unübersichtlich und will sie vereinfachen. Die CSU-Politikerin schlägt außerdem eine "Startbegleitung" für pflegende Angehörige vor.

Berlin (epd). Die Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Katrin Staffler (CSU), kritisiert das derzeitige System der Geldleistungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige als zu kompliziert. Es sei „für viele schlicht nicht praktikabel“, sagte sie dem Portal web.de (Dienstag). Es gebe eine Vielzahl unterschiedlicher Leistungen und viele Betroffene wüssten nicht, „was ihnen zusteht und wie sie es beantragen“, listete Staffler auf.

Die CSU-Politikerin kündigte an, die Zahlungen mit der Pflegereform „noch dieses Jahr vereinfachen“ zu wollen. Statt vieler kleinteiliger Einzelleistungen solle es künftig drei oder vier flexibel nutzbare Budgets geben. Es werde gerade erarbeitet, „wie sich die bisherigen Leistungen sinnvoll gruppieren lassen“. Betroffene müssten damit weniger Anträge stellen, die Bürokratie werde verringert „und vor allem könnten Betroffene dann viel individueller entscheiden, wofür sie die Unterstützung einsetzen“, hob Staffler hervor.

„Startbegleiterin“ analog zur Hebamme

Die Pflegebevollmächtigte schlug eine anfängliche Begleitung pflegender Angehöriger vor. „Ähnlich wie junge Eltern eine Hebamme haben, die sie in den ersten Monaten begleitet, bräuchten auch pflegende Angehörige eine Art 'Startbegleitung'“, erläuterte Staffler. Denn die Angehörigen, die sich um die Pflegebedürftigen kümmerten, seien vor allem zu Beginn oft organisatorisch, emotional und finanziell überfordert. Sie bräuchten jemanden, der nach Hause komme, erkläre, berate und zeige, wie Pflege konkret funktioniere.

Eher pessimistisch äußerte sich die CSU-Politikerin zum Thema Familienpflegegeld, das sich die schwarz-rote Bundesregierung vorgenommen hat. Die Lohnersatzleistung für pflegende Angehörige sei „im Koalitionsvertrag angelegt“, doch am Ende sei es „eine Frage der finanziellen Machbarkeit“, räumte Staffler ein: „In der aktuellen Haushaltslage ist das wie vieles andere auch schwierig umsetzbar.“