Nach Anschlag in Kolumbien: Zahl der Toten steigt auf 20

Nach Anschlag in Kolumbien: Zahl der Toten steigt auf 20
Wenige Wochen vor der Präsidentschaftswahl in Kolumbien werden bei einem Anschlag 20 Menschen getötet. Die Regierung macht eine Splittergruppe der Farc-Guerilla für die Gewalt verantwortlich.

Berlin, Bogotá (epd). Nach dem Bombenanschlag im Südwesten Kolumbiens ist die Zahl der Toten auf 20 gestiegen. Dies teilte das kolumbianische Institut für Gerichtsmedizin am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Demnach wurden bereits 15 Leichen identifiziert. Am Samstag war nach bisherigen Erkenntnissen auf einer Landstraße im Departamento Cauca ein zu einer Bombe umgebauter Gaszylinder explodiert. Die Zeitung „El Tiempo“ berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, dass bewaffnete Personen zuvor den Verkehr angehalten hätten. Zusätzlich zu den Toten wurden knapp 40 Personen verletzt.

Es handelt sich um den tödlichsten Anschlag in Kolumbien seit mehr als 20 Jahren. Als Reaktion ordnete die Provinzregierung von Cauca eine dreitägige Trauer an. Auch in weiteren Landesteilen kam es am selben Tag zu Anschlägen auf Militärkasernen und Polizeistationen, wie die nationale Ombudsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Präsident Petro spricht von Terror

Präsident Gustavo Petro verurteilte das Attentat als terroristische Tat von „Faschisten und Drogenhändlern“ und machte eine Splittergruppe der 2016 aufgelösten Farc-Guerilla verantwortlich. Man werde nun mit aller Härte gegen die bewaffnete Gruppe vorgehen, erklärte Petro.

In Kolumbien herrscht seit den 1960er Jahren ein bewaffneter Konflikt zwischen dem Staat, Guerillagruppen und paramilitärischen Milizen. Dabei wurden nach Schätzungen rund 300.000 Menschen getötet und sieben Millionen vertrieben. Die bewaffneten Gruppen finanzieren sich größtenteils durch Kokainproduktion, unter anderem für den europäischen Markt, und illegalen Bergbau.

Der seit 2022 amtierende erste linke Präsident des Landes, Gustavo Petro, hatte vor seiner Wahl versprochen, den Friedensprozess grundlegend voranzubringen. Vor den für den 31. Mai geplanten Präsidentschaftswahlen zählt die Gewalt im Land zu den wichtigsten Themen.