Köln, Marburg (epd). Der Vorsitzende des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, wirbt für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle. Momentan hätten die Menschen, die in tariflich guten Bereichen wie Chemie-, Stahl-, Metall- und Elektroindustrie tätig seien, eine „relativ gute gesetzliche Rente“, sie könnten privat vorsorgen und hätten noch eine betriebliche Altersvorsorge, sagte er am Samstagabend im WDR-Fernsehen. „Andere haben das nicht.“ Die drei Säulen der Rentenversicherung müssten dementsprechend noch „viel stärker vernetzt miteinander“ gedacht werden, betonte Radtke. Der Anspruch müsse ein „hohes Versorgungsniveau“ auf Grundlage einer „soliden Finanzierung“ sein.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte zu Wochenbeginn gesagt, die gesetzliche Rentenversicherung werde künftig „allenfalls noch die Basisabsicherung für das Alter sein“ und nicht mehr ausreichen, um den Lebensstandard zu sichern. Dies habe für „eine Menge Unruhe gesorgt“, weil es interpretationsbedürftig gewesen sei, erläuterte Radtke. Merz habe seine Äußerung nun klargestellt. So hatte Merz am Samstag bei der CDA-Tagung in Marburg erklärt, dass es keine Kürzung der gesetzlichen Rente geben werde.
Rente als Alterslohn für Lebensarbeit
„So wichtig wie die Reform selbst ist die Kommunikation darüber“, betonte Radtke im WDR-Interview. „Unsere Botschaft muss auch sein: Wir wollen den Menschen keine Angst machen, wir wollen nicht Reformen machen, um Menschen zu ärgern, um Menschen etwas wegzunehmen, sondern wir wollen und müssen Reformen machen, um die Systeme so aufzustellen, damit sich die Menschen auch in Zukunft darauf verlassen können.“ Der CDA-Chef verwies auf eine Aussage des früheren Bundesarbeitsministers Norbert Blüm (CDU), wonach Rente der Alterslohn für Lebensarbeit sei. Auch in Zukunft müsse sich widerspiegeln, „was Menschen über Jahrzehnte in ihrem Berufsleben geleistet haben und an Beiträgen auch eingezahlt haben“, sagte Radtke.




