Brüssel, Berlin (epd). In der Europäischen Union sind nach Darstellung von EU-Migrationskommissar Magnus Brunner im vergangenen Jahr mehr als ein Viertel der ausreisepflichtigen Geflüchteten abgeschoben worden. Ihr Anteil sei auf 28 Prozent gestiegen, sagte der österreichische Kommissar der „Welt am Sonntag“. Das sei „der bisher höchste Wert in diesem Jahrzehnt“, erklärte der Politiker der konservativen ÖVP.
In absoluten Zahlen waren 2025 nach Brunners Darstellung 491.000 Personen ausreisepflichtig, von denen rund 135.000 zurückgeführt worden seien. Im Jahr 2024 betrug der Anteil der Abgeschobenen an den Ausreisepflichtigen den Angaben zufolge 24 Prozent, in absoluten Zahlen seien es damals 112.040 Menschen gewesen.
Brunner pocht auf EU-Rückführungsverordnung
Zufrieden ist Brunner nach eigenen Worten mit den Zahlen für 2025 noch nicht. Die bisherigen Regeln zur Rückführung irregulärer Migranten und Migrantinnen in der EU „funktionieren einfach nicht gut genug“, sagte der zuständige EU-Kommissar der Zeitung. Er nannte es „umso wichtiger“, dass die sogenannte Rückführungsverordnung nun rasch beschlossen werde. Deren Bestimmungen schüfen „strengere Regeln für Straftäter, klare und verbindliche Pflichten für Personen mit Abschiebebescheid und bringen mehr Effizienz in die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten“.
Die EU-Kommission hatte 2025 verschiedene Rechtsverschärfungen vorgelegt. Die sogenannte Rückführungsverordnung sieht unter anderem vor, dass Mitgliedsländer Rückkehrentscheidungen gegenseitig anerkennen, ohne ein neues Verfahren einzuleiten. Das soll Ausreisepflichtigen signalisieren, dass sie Rückführungen nicht durch den Wechsel in einen anderen EU-Staat umgehen können.





