Krankenkassen warnen vor Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze

Krankenkassen warnen vor Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze
Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen spricht sich gegen eine Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze aus. Freiwillige GKV-Mitglieder könnten in die private Krankenversicherung abwandern.

Düsseldorf (epd). Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bewertet die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) geplante Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze kritisch. „Eine zusätzliche Belastung von Versicherten und Arbeitgebern darf nur das allerletzte Mittel der Wahl sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Wir haben grundsätzlich genug Geld im System.“ Die Ausgaben seien das Problem und daran arbeite die Regierung zurzeit, betonte er.

Die jährlich neu taxierte Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen Krankenkassenbeiträge berechnet werden. Verdienste, die darüber liegen, bleiben beitragsfrei. Aktuell liegt die Grenze bei rund 5.800 Euro brutto. Der Referentenentwurf sieht vor, sie im Jahr 2027 einmalig um 300 Euro auf rund 6.112,50 Euro im Monat anzuheben. Gutverdienende Beschäftigte müssten damit auf einen größeren Teil ihrer Lohneinkünfte Krankenkassenbeiträge zahlen. Auch für die Arbeitgeber würden sich die Sozialbeiträge erhöhen.

Abwanderung in PKV würde Mehreinnahmen mindern

Blatt erklärte, dass sich auch die Frage stelle, wie viele freiwillige Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung dann in die private Krankenversicherung wechseln würden. „Selbst ein kleiner Anteil von Mitgliedern, die abwandern, bedeutet, dass die Mehreinnahmen wiederum durch Beitragsausfälle gemindert werden“, betonte er. „Dies würde uns dann auch nicht weiterhelfen.“