Berlin (epd). Zum Geburtstag des Grundgesetzes ruft Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu gemeinnützigen Aktionen im ganzen Land auf. Der 23. Mai sei die Möglichkeit, gemeinsam „die Ärmel hochzukrempeln“ und „demokratische Grunderfahrungen zu machen“, sagte er am Donnerstag bei der Vorstellung der Initiative „Der Ehrentag“ in Berlin. Demokratie sei „nicht nur Kopfsache“, sondern brauche „Arme und Beine, braucht Menschen, die mitmischen“, ergänzte er. Jedes „noch so kleine, noch so kurze Engagement“ sei wichtig.
Im Rahmen der Initiative soll es zwischen dem 16. und 31. Mai bundesweit Mitmach-Aktionen geben, etwa Aufräumaktionen in Wohnvierteln, Straßenfeste, Vorlese- oder Pflanzaktionen. Steinmeier selbst will nach eigenen Angaben dem Deutschen Alpenverein beim Ausbessern von Wanderwegen helfen. Auf der Internetseite www.ehrentag.de können Interessierte Aktionen in ihrer Nähe finden oder selbst neue Aktivitäten erstellen.
Aktionen sollen Tag des Grundgesetzes stärker verankern
Ein Schwerpunkt soll auf dem Wochenende um den 23. Mai liegen, dem diesjährigen Pfingstwochenende. Nach Angaben des Bundespräsidialamts und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt, die den „Ehrentag“ mit umsetzt, sind bislang rund 2.000 Aktionen in mehr als 450 Orten geplant.
„Deutschland ist Ehrenamtsland“, sagte der Vorstand der Stiftung, Jan Holze. 27 Millionen Menschen engagierten sich bereits ehrenamtlich. Der Ehrentag trage dazu bei, „Menschen kennenzulernen, Barrieren abzubauen“ und sich ehrenamtlich auszuprobieren. Er solle dazu beitragen, sich nicht nur an diesem Tag zu engagieren, sondern langfristig „die Zivilgesellschaft zu stärken“.
Unterstützt wird die Initiative von Prominenten wie der Schauspielerin Esther Schweins und dem früheren Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm, der die Bedeutung von Vereinen für den Zusammenhalt in Deutschland unterstrich. „Vereine stärken unsere Gesellschaft“, sagte er und betonte auch Vorteile für jeden Einzelnen. Ehrenamtliches Engagement sei nicht nur sinnstiftend, es mache auch „resilient und zufrieden“.
Bentele: Ohne Ehrenamt wird unsere Gesellschaft ärmer und kälter
Auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sieht ehrenamtliche Tätigkeit als eine wichtige Möglichkeit für mehr positives Miteinander. „Ohne Ehrenamt wird unsere Gesellschaft ärmer und kälter“, sagte die ehemalige paralympische Spitzensportlerin. In Zeiten, in denen „das Gegeneinander in der Gesellschaft wächst“, sei der Ehrentag eine „riesige Chance“, um gemeinsam ins Tun zu kommen. Bentele rief dazu auf, als Gesellschaft nicht nur alles dem Staat zu überlassen, sondern ihn gemeinsam mitzugestalten.
Die Mitbegründerin der Stiftung HateAid, Anna-Lena von Hodenberg, machte darauf aufmerksam, dass Ehrenamt zunehmend auch im digitalen Raum stattfinde. „Der digitale Raum biete die Möglichkeit, “Ehrenamt auch zu Menschen zu tragen, die sonst schwer erreichbar wären". So könnten etwa Kinder in strukturschwachen ländlichen Räumen von Online-Hausaufgabenhilfe durch Ehrenamtliche profitieren.
Gemeinsame Aktion für die Berliner Stadtmission
Aus Anlass des „Ehrentags“ will Schauspielerin Schweins nach eigenen Worten mit Demenzkranken tanzen, Lahm ist bei einem Vernetzungstreffen für Ehrenamtler in Vereinen. Gemeinsam mit Steinmeier packten sie auch am Donnerstag schon einmal an: Sie stellten vor Kameras Lunchboxen für die Berliner Stadtmission zusammen. Teil des Ehrenamts könne auch sein, „mal über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen“, sagte Steinmeier.




