Berlin, Frankfurt a.M. (epd). Der Sozialverband VdK kritisiert den von der Bundesregierung beschlossenen Tankrabatt zur Entlastung der Bevölkerung angesichts stark gestiegener Energiepreise. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2022, als die damalige Regierung bereits einmal einen solchen Rabatt gewährte, lehre, dass eine verlässliche Weitergabe an die Menschen nicht sicher sei, erklärte VdK-Chefin Verena Bentele laut Mitteilung ihres Verbandes am Donnerstag in Berlin. Zudem seien die Preissteigerungen beispielsweise auch bei Lebensmitteln spürbar. „Gleichzeitig nutzen die untersten Einkommensgruppen oft gar kein Auto“, sodass sie von den geplanten Entlastungen nichts hätten.
Die schwarz-rote Bundesregierung hat beschlossen, die Energiesteuer auf Benzin und Diesel für zwei Monate um 17 Cent pro Liter zu senken. Die Spritpreise haben infolge des Krieges der USA und Israels gegen den Iran und seine Verbündeten stark angezogen, weil die weltwirtschaftlich wichtige Straße von Hormus, eine Meerenge, blockiert wird.
Verband zieht Direktzahlungen vor
Der VdK schlug deshalb statt pauschaler zielgenaue Maßnahmen vor, „die spürbar bei den Menschen ankommen“. Dazu gehören nach Benteles Worten „sozial gestaffelte Direktzahlungen, eine faire Anpassung der Grundsicherung sowie eine zielgenaue Unterstützung ärmerer Menschen angesichts steigender Lebenshaltungskosten“.
Bentele kritisierte außerdem, dass der Tankrabatt für zwei Monate den Bund mindestens genauso viel kosten werde wie das Deutschlandticket für das gesamte Jahr 2026. Entlastung sei auch möglich durch ein dauerhaft günstigeres Deutschlandticket sowie ein bundesweites Sozialticket für den Öffentlichen Personennahverkehr.




