Mehr rassistische und rechte Angriffe in Berlin

Mehr rassistische und rechte Angriffe in Berlin

Berlin (epd). Die Berliner Opferberatungsstelle „Reach Out“ hat im vergangenen Jahr erneut einen Anstieg rassistischer und rechtsextremer Angriffe in der Hauptstadt registriert. Insgesamt seien 358 derartiger Angriffe dokumentiert worden (2024: 328), die höchste Angriffszahl seit 2019, teilte die Beratungsstelle am Dienstag in Berlin mit. Dabei seien mindestens 545 Menschen verletzt, massiv bedroht, gejagt oder bespuckt worden. Darunter seien 25 Kinder und 43 Jugendliche gewesen.

„Reach Out“ geht dabei von einer hohen Dunkelziffer aus. Viele Betroffene meldeten die Vorfälle nicht, „aus Angst vor weiterer Kriminalisierung, mangelndem Vertrauen in staatliche Institutionen oder fehlender Unterstützung“. „Reach Out“ zählte im vergangenen Jahr insgesamt 1.042 Beratungsgespräche mit Betroffenen.

Angriffe vor allem rassistisch motiviert

Bei den Angriffen handelte es sich den Angaben zufolge mehrheitlich um Körperverletzungen (2025: 217; 2024: 149), gefährliche Körperverletzungen (2025: 101; 2024: 102) und massive Bedrohungen (2025: 37; 2024: 16). Mit 208 von 358 Taten seien weit über die Hälfte der Angriffe rassistisch motiviert (2024: 185 von 328) gewesen. Rassismus bleibe damit seit Gründung von „Reach Out“ im Jahr 2001 das häufigste Tatmotiv.