Proteste gegen weiteren Castortransport am Dienstag

Proteste gegen weiteren Castortransport am Dienstag
Anti-Atom-Initiativen rechnen für Dienstagabend mit dem nächsten Castortransport durch Nordrhein-Westfalen. Dagegen wollen sie an verschiedenen Orten demonstrieren.

Ahaus, Jülich (epd). Anti-Atom-Initiativen in Nordrhein-Westfalen wollen am Dienstagabend gegen weitere Castortransporte demonstrieren. Man gehe davon aus, dass der zweite Transport von Jülich nach Ahaus an dem Abend stattfinden soll, erklärte die Initiative „Stop Westcastor“ in Jülich am Montag. In Jülich, Bottrop und Ahaus hätten Initiativen deshalb Proteste gegen die Transporte von hochradioaktivem Atommüll quer durch NRW angemeldet. Insgesamt sollen 152 Castorbehälter die 170 Kilometer lange Strecke von der bisherigen Lagerstätte in Jülich zum Zwischenlager nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden.

Wie schon beim ersten Castortransport Ende März ist in Jülich ab dem frühen Abend eine Mahnwache vor dem Forschungszentrum geplant, wie die Initiativen ankündigten. In Ahaus sollen eine Kundgebung am Rathaus, eine symbolische Blockade auf der Transportroute sowie eine Mahnwache vor dem Zwischenlager stattfinden. Zudem ist in Bottrop eine Mahnwache in der Nähe der Autobahn geplant, über die der Transport verlaufen könnte.

Initiativen kritisieren Transporte als „Farce“

Die Initiativen „Stop Westcastor“ in Jülich, „Kein Atommüll in Ahaus“ und „Sofortiger Atomausstieg“ in Münster sind gegen die mindestens 50 geplanten Transporte durch NRW. Die Option der Zwischenlagerung in Ahaus sei „eine Farce“, kritisieren sie mit Blick auf den großen polizeilichen Aufwand, marode Infrastruktur in NRW und die aktuelle abstrakte Terrorgefahr.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für den Transport von 152 Atommüll-Behältern mit rund 300.000 Brennelement-Kugeln von Jülich nach Ahaus erteilt. Sie stammen aus dem stillgelegten Versuchsreaktor in Jülich. Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte dort ist seit Jahren ausgelaufen. Der erste Transport am 25. März nach Ahaus verlief laut NRW-Innenministerium ohne Zwischenfälle. Das Lager in Ahaus ist ebenfalls nur ein Zwischenlager.