Berlin (epd). Gegen einen insgesamt rückläufigen Trend bei der Kriminalität in Deutschland ist die Zahl der Vergewaltigungen im vergangenen Jahr stark gestiegen. Fast 14.500 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall hat es im vergangenen Jahr gegeben, wie aus der am Montag veröffentlichten Kriminalstatistik hervorgeht. Das waren 8,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sagte, der Anstieg sei vermutlich auch auf eine gestiegene Anzeigebereitschaft zurückzuführen. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Andy Grote (SPD), sagte mit Blick auf die Gesamtstatistik, Deutschland sei über die Jahrzehnte ein immer sichereres Land geworden. Frauen könnten sich aber mit Blick auf Sexualstraftaten nicht so sicher fühlen, „wie wir uns das alle wünschen würden“.
Gewaltkriminalität in anderen Bereichen zurückgegangen
Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist in diesem Jahr einen Rückgang der Kriminalität um 5,6 Prozent aus. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterstrich, dass ein Teil des Rückgangs mit der Teillegalisierung von Cannabis zusammenhänge. Bereinigt liege der Rückgang bei 4,7 Prozent.
Auch die Gewaltkriminalität hat der Statistik zufolge um 2,3 Prozent abgenommen, laut Münch vor allem wegen eines Rückgangs schwerer Körperverletzungen und Fälle von Raub, während Fälle von Mord und Totschlag sowie Vergewaltigungen zugenommen haben.





