Diese 10 Kirchen sind rekordverdächtig

Wendelsteinkirche
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Höher als in der Wendelsteinkirche kann man keinen Gottesdienst feiern.
Kurioses rund um Kirchenbauten
Diese 10 Kirchen sind rekordverdächtig
Rund 45.000 Kirchen oder Kapellen stehen in Deutschland. evangelisch.de-Redakteurin Katja Eifler hat zehn Kirchen gefunden, die durch Bauweise, Lage oder Baufehler etwas ganz besonderes sind. Eine subjektive Hitliste mit Augenzwinkern.

Deutschland ist ein Land voller beeindruckend schöner, imposanter und geschichtsträchtiger Kirchen und Kapellen. Diese Kirche stechen mit einem kuriosen oder rekordverdächtigem Merkmal aus der Masse heraus:

1. Mit dem schiefsten Turm

Der schiefste Kirchturm in Deutschland steht aktuell in Gau-Weinheim (Rheinland-Pfalz). Der ehemalige Wehrturm, der heute als Glockenturm dient, hat eine Neigung von 5,4277 Grad und gilt seit 2022 offiziell als der schiefste Turm der Welt – noch schiefer als der Turm von Pisa oder der bisherige Rekordhalter in Suurhusen (Ostfriesland).

 2. Mit dem verdrehtesten Kirchtturmdach

1255 wurde die heutige Evangelische Kirche von Grötzingen das erste Mal erwähnt. Laut Sage erklärt sich der verdrehte Turm mit Satan, der über die Frömmigkeit der Grötzinger erbittert war und sich rächen wollte, indem er versuchte die Kirche zu zerstören. Das klappte offenbar nicht und der Turm ist bis heute ein Wahrzeichen für die Schwäche des Teufels.

Evangelische Kirche in Grötzingen

3. Mit dem höchsten Ausblick

Die Wendelsteinkirche Patrona Bavariae auf dem Wendelstein gilt als die höchstgelegene Kirche Deutschlands. Sie steht auf etwa 1.730 bis 1.760 Metern Höhe und wurde 1890 geweiht. Alle höhergelegenen Gotteshäuser, wie die Zugspitzkapelle (auf 2.600 Metern), sind im kirchenrechtlichen Sinne keine Kirchen, sondern Kapellen.

4. Mit dem tiefsten Standort

In Neuendorf-Sachsenbande (Wilstermarsch, Schleswig-Holstein) liegt das Gegenstück zu Platz 3. Die St.-Bartholomäus-Kirche. Die am tiefsten Punkt verortete Kirche liegt dort etwa 3,539 Meter unter dem Normalnullpunkt.

5. Mit dem kleinsten Kirchturm

Diesen Rekord hält die Versöhnungskirche in Marbach, einem Stadtteil von Villingen-Schwenningen (Baden-Württemberg). Ihr Glockenturm ist nur 3,80 Meter hoch und gilt damit als der wohl kleinste Kirchturm der Welt.

Versöhnungskirche Marbach

6. Mit dem höchsten Kirchturm

Der höchste Kirchturm Deutschlands – und sogar bis zum Ende des Jahres 2024 der Welt – gehört zum Ulmer Münster in Baden-Württemberg. Der Turm ist 161,53 Meter hoch. Der Grundstein für das Ulmer Münster, bis heute die größte protestantische Kirche in Deutschland, wurde im Juni 1377 gelegt, der Hauptturm jedoch erst 1890 vollendet.

Ulmer Münster

7. Mit dem wenigsten Tageslicht

Die Kapelle St. Johann in Ranis (Thüringen) in Ranis ist eine Felsenkirche, die in eine natürliche Höhle im Berg gebaut wurde. Sie gilt als eine der wenigen Höhlenkirchen in Europa und ist ein faszinierendes Beispiel für die Anpassung sakraler Architektur an die Natur. Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert in den Sandsteinfelsen gehauen und ist heute ein seltenes kulturelles und religiöses Denkmal.

8. Mit dem meisten Wasser über dem Kiel

Unmittelbar an der deutschen Grenze liegt eine versunkene Kirche in Südtirol im Vinschgau am Reschensee. Der See wurde künstlich angelegt und nur die kleine Kirche von Alt-Graun aus dem 14. Jahrhundert trotzte den neuen Wassermassen. Der Kirchturm taucht je nach Wasserstand aus dem See auf und ist ein beliebtes Fotomotiv für Touristen.

9. Mit der "sündigsten" Umgebung

Die St.-Joseph-Kirche steht an der Großen Freiheit, am Rande des Hamburger Vergnügungsviertel im Stadtteil St. Pauli. Sie ist von Nachtclubs, Bordellen, Straßenprostitution und Fastfoodrestaurents umgeben, nur noch wenig erinnert an die alte Vorkriegsbebauung und an das weltoffene, beschauliche Altona von damals. Die Große Freiheit, an der früher auch die örtlichen Mennoniten eine Kirche besaßen und die unweit der alten jüdischen Friedhöfe liegt, ist heute ein Mittelpunkt des Hamburger Rotlichtmilieus.

10. Mit dem besten Fördergerüst

Die Kirche muss Geld sparen, auch beim Erhalt ihrer Gebäude. Diese Kirche hat zumindestens schon heute ein solides Fördergerüst. Auf dem Gelände der UNESCO-Weltkulturerbestätte Zeche Zollverein in Essen wurde in einem ehemaligen Fördergerüst eine Kapelle eingerichtet. Die Kapelle "St. Barbara" (Schutzheilige der Bergleute) verbindet industrielle Geschichte mit spiritueller Andacht und ist ein Symbol für den Wandel des Ruhrgebiets.