Gedenken an Befreiung des KZ Sachsenhausen

Gedenken an Befreiung des KZ Sachsenhausen
Zum 81. Jahrestag der Befreiung des KZ Sachsenhausen sind nur noch zwei Überlebende vor Ort. Ministerpräsident Woidke und Stiftungsdirektor Drecoll sprechen sich eindringlich für die Erinnerungskultur aus.

Oranienburg (epd). In der Gedenkstätte Sachsenhausen ist am Sonntag an die Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren erinnert und der Opfern gedacht worden. Vor Ort waren auch die beiden Überlebenden Bogdan Bartnikowski aus Polen (94) und Mykola Urban aus der Ukraine (101), wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten mitteilte. Neben christlichen und jüdischen Gebeten fand am Gedenkort „Station Z“ eine Kranzniederlegung statt.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte den Einsatz für das Erinnern „ungeheuer wichtig“. Die Gesellschaft müsse dafür sorgen, „dass sich Geschichte nicht wiederholt und damit wir erkennen, dass uns alle als Menschen viel mehr verbindet als uns trennt“.

Ruf nach Schlussstrich „hohle Phrase“

Auch der Überlebende Bartnikowski appellierte: „Erinnern Sie sich. Nicht nur an Zahlen, nicht nur an Geschichte, sondern an die Menschen.“ Er wies darauf hin, dass es kaum noch lebende Zeitzeugen gibt. Stiftungsdirektor Axel Drecoll plädierte ebenso für das Erinnern. „Der Ruf nach einem Schlussstrich bleibt notwendigerweise eine hohle Phrase.“ Die NS-Verbrechen und ihre Opfer „mahnen uns, Verantwortung zu übernehmen, aufzuklären, zu gedenken“.

Am 22. und 23. April 1945 erreichten sowjetische und polnische Soldaten das unmittelbar zuvor von der SS geräumte Konzentrationslager. Dort waren den Angaben zufolge zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 von ihnen starben an den unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden ermordet.