Studie: Gängige Rentenpläne nutzen der jüngeren Generation nicht

Studie: Gängige Rentenpläne nutzen der jüngeren Generation nicht
Höheres Eintrittsalter, niedrigeres Rentenniveau oder ein Nachhaltigkeitsfaktor: Reformvorschläge für die Alterssicherung gibt es zur Genüge. Eine Studie hält sie mehrheitlich für nicht zielführend. Moderat mehr Zuwanderung helfe mehr.

Düsseldorf, Berlin (epd). Eine Studie von drei wissenschaftlichen Institutionen sieht gängige Reformvorschläge für die Rente als untauglich an, die Alterssicherung vor allem der jüngeren Generation zu stabilisieren. Jüngere Bundestagsabgeordnete etwa der Unionsparteien befürworteten Vorschläge wie ein höheres Renten-Eintrittsalter, eine beschleunigte Absenkung des Rentenniveaus ab 2032 oder einen stärker wirkenden Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenformel und argumentierten vor allem mit den Interessen der heute Jungen, teilte die mit zwei Forschungsinstituten beteiligte Hans-Böckler-Stiftung am Donnerstag in Düsseldorf mit. „Aber bei systematischer Prüfung zeigen sich keine entsprechend positiven Effekte für die Jüngeren, zum Teil wirken sie sogar in entgegengesetzter Richtung“, hieß es.

Von der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung waren das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sowie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) an der Studie „Kein Beitrag für mehr Generationgerechtigkeit“ beteiligt, zudem Forschende von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin. HTW-Professorin Camille Logeay habe ein Rentenmodell entwickelt, das die beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen anwandten.

Forscher empfehlen mehr Zuwanderung und Aktivierung Einheimischer

Bei Umsetzung mancher Ideen würde demnach das Verhältnis von eingezahlten Beiträgen und empfangenen Rentenzahlungen „auch und gerade bei Jüngeren leiden“, unterstrichen die Forschenden. Besser wäre es nach ihrer Darstellung, für mehr Erwerbstätigkeit in Deutschland zu sorgen. Als zielführend empfahlen sie „eine moderate Erhöhung der durchschnittlichen Netto-Zuwanderung von 250.000 auf 350.000 Personen pro Jahr“ und ein besseres Ausschöpfen des inländischen Erwerbspotenzials. Bisher Erwerbslose und Nicht-Erwerbspersonen sollten also in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht werden.