Köln (epd). Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hofft für die Sudan-Konferenz am Mittwoch in Berlin auf umfassende finanzielle Hilfszusagen. Ziel sei es, die eine Milliarde US-Dollar aus dem vergangenen Jahr bei einer ähnlichen Konferenz in London zu übertreffen, sagte Wadephul unmittelbar vor Beginn der Konferenz im Deutschlandfunk. Das scheine zu gelingen. „Die große humanitäre Katastrophe in Afrika darf nicht vergessen werden“, betonte er.
Die Bundesregierung hat für Mittwoch zu der internationalen Konferenz nach Berlin eingeladen. Im Kern geht es darum, Aufmerksamkeit und mehr Hilfe für die Bevölkerung zu mobilisieren und Wege aus dem Krieg zu finden. Anlass ist der dritte Jahrestag des Kriegsbeginns in dem nordostafrikanischen Land. Das Treffen wird gemeinsam mit der Europäischen Union, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union organisiert.
Krieg begann vor drei Jahren
Wadephul sagte, zunächst sei das Treffen eine Geber-Konferenz mit dem Ziel, möglichst viel Geld zur Verfügung zu stellen, um das unermessliche Leid etwas zu lindern. Das Treffen in Berlin, an dem die Kriegsparteien nicht teilnehmen, werde den Konflikt nicht beenden können. Aber es könne ein „substanzieller Beitrag“ sein dazu, dass diese Katastrophe kontinuierlich von der Weltgemeinschaft wahrgenommen wird.
Der Sudan-Krieg begann am 15. April 2023. In dem Konflikt mit schätzungsweise Zehntausenden Toten stehen sich die reguläre Armee und die paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) gegenüber. Die Vereinten Nationen sprechen von der größten humanitären Krise der Welt. Mehr als 33 Millionen Menschen sind demnach auf Hilfe angewiesen, etwa zwei Drittel der Bevölkerung.



