Dakar, Cotonou (epd). Der Regierungskandidat Romuald Wadagni hat die Präsidentschaftswahlen in Benin gewonnen. Laut vorläufigen Ergebnissen kam der Politiker der Regierungskoalition auf rund 94 Prozent der Stimmen, wie die Zeitung „Le Matinal“ am Dienstag berichtete. Demnach waren rund 90 Prozent der Wahlzettel ausgezählt. Wadagnis Herausforderer Paul Hounkpè erhielt lediglich knapp sechs Prozent der Stimmen.
Hounkpè hatte bereits am Montagabend in einer Erklärung seine Niederlage eingeräumt. Laut der Nationalen Wahlkommission Cena lag die Wahlbeteiligung bei knapp 59 Prozent. Das Verfassungsgericht des westafrikanischen Landes muss die endgültigen Ergebnisse noch verkünden.
Hartes Vorgehen gegen Opposition
Der 49-jährige Wadagni übernimmt das Land in einer wirtschaftlichen Aufschwungphase, an der er in seinen zehn Jahren als Wirtschafts- und Finanzminister mitgewirkt hat. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds wuchs die Wirtschaft des Landes im vergangenen Jahr um rund sieben Prozent. Damit gilt sie als eine der stabilsten in der Region.
Zugleich ging die Regierung unter dem scheidenden Präsidenten Patrice Talon, der nicht mehr angetreten war, hart gegen Kritiker und die Opposition vor. Bei den Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag gab es lediglich zwei Kandidaten, weil die notwendigen Voraussetzungen für eine Kandidatur so hoch gesetzt waren, dass viele Bewerberinnen und Bewerber sie nicht erfüllen konnten. Kritiker sehen darin ein Mittel, die politische Konkurrenz einzuschränken.
Gescheiterter Putschversuch
Eine große Herausforderung für das Land sind zunehmende Angriffe islamistischer Gruppen im Norden. Im September scheiterte ein Putschversuch aufständischer Soldaten.



