Berlin, Genf (epd). Drei Jahre nach Beginn des Kriegs im Sudan hat der UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher der Staatengemeinschaft Versagen vorgeworfen. Die Weltgemeinschaft habe zu wenig für einen Frieden in dem zerrissenen Land getan, erklärte Fletcher am Dienstag in Berlin. Einen Tag vor der internationalen Sudan-Konferenz in der deutschen Hauptstadt forderte Fletcher sofortiges Handeln, um die Gewalt zu stoppen, Zivilisten zu schützen, Zugang zu notleidenden Menschen sicherzustellen und die humanitäre Hilfe zu finanzieren.
Fletcher betonte, dass nahezu 34 Millionen Menschen im Sudan auf humanitäre Hilfe angewiesen seien, das entspreche zwei Dritteln der Bevölkerung. Damit litten die Menschen im Sudan unter der größten humanitären Krise weltweit. Millionen Menschen seien auf der Flucht vor der Gewalt.
Sudan-Konferenz in Berlin
Am Mittwoch wird von der Bundesregierung in Berlin gemeinsam mit der EU, Frankreich, Großbritannien, den USA und der Afrikanischen Union eine internationale Sudan-Konferenz ausgerichtet. Sie soll Aufmerksamkeit sowie mehr Hilfe für die Bevölkerung mobilisieren und Wege aus dem Krieg finden.
Im Sudan wird ein erbitterter Machtkampf zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) ausgetragen. Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus. Beide Kriegsparteien verüben nach Berichten der UN Kriegsverbrechen. Nach UN-Schätzungen starben Zehntausende Menschen.



