UN-Entwicklungsprogramm: Krieg zerstört Zukunft des Sudans

UN-Entwicklungsprogramm: Krieg zerstört Zukunft des Sudans
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen prognostiziert, dass im Sudan weitere Menschen in Armut gestürzt werden, wenn der Krieg nicht endet.

Frankfurt a.M., Khartum (epd). Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) warnt vor den langfristigen Folgen des Krieges im Sudan. Sollte der Krieg bis 2030 andauern, würden dann einem Bericht zufolge etwa 52 Millionen Menschen im Land in extremer Armut leben, was mehr als 60 Prozent der Bevölkerung entspreche, erklärte das UN-Entwicklungsprogramm am Dienstag in der sudanesischen Hauptstadt Khartum. Der Beginn des Krieges jährt sich am Mittwoch zum dritten Mal.

„Drei Jahre nach Beginn des Konflikts befinden wir uns nicht nur in einer Krise. Wir erleben die systematische Zerstörung der Zukunft des Landes“, sagte der UNDP-Leiter im Sudan, Luca Renda. Allein 2023 habe der Sudan durch den Krieg schätzungsweise 6,4 Milliarden US-Dollar Wirtschaftsleistung verloren. Gleichzeitig seien in nur einem Jahr fast sieben Millionen Menschen in extreme Armut gedrängt worden.

33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Im Sudan tobt ein erbitterter Machtkampf, ausgetragen zwischen der regulären Armee und den paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF). Der Krieg begann am 15. April 2023 in und um die Hauptstadt Khartum und weitete sich auf große Teile des nordostafrikanischen Landes aus. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 33 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Beide Kriegsparteien blockieren immer wieder die Lieferung von humanitärer Hilfe.

Das UN-Entwicklungsprogramm hat seinen Bericht zu den Zukunftsaussichten des Sudan zusammen mit dem Institute for Security Studies erstellt, das auf Analysen zu Afrika spezialisiert ist. „Die Daten zeigen, dass sich die Lage im Sudan noch bessern kann“, sagte der UNDP-Repräsentant Renda. Doch jeder weitere Monat des Konflikts mache das schwieriger und kostspieliger. Wenn es ein Friedensabkommen gäbe und umfassende Reformen in den Bereichen Regierungsführung, Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung, Infrastruktur und Handel umgesetzt würden, könnten laut UNDP-Analyse das sudanesische Bruttoinlandsprodukt bis 2043 deutlich steigen und 17,3 Millionen Menschen aus extremer Armut befreit werden. Die Lebenserwartung würde um 4,2 Jahre steigen.