Gedenkstätte Buchenwald kritisiert Kufiya-Kampagne wegen Mahnwache

Gedenkstätte Buchenwald kritisiert Kufiya-Kampagne wegen Mahnwache
Linksextremistische Aktivisten wollten ursprünglich am Sonntag in der Gedenkstätte Buchenwald demonstrieren. Ein Gericht untersagte dies. Trotz des Verbots versammelten sich einige Aktivisten am Samstag. Die Gedenkstätte kritisierte das.

Weimar (epd). Die Gedenkstätte Buchenwald hat eine Aktion der Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ auf dem Gelände des 1945 befreiten nationalsozialistischen Konzentrationslagers kritisiert. Mit ihrem Slogan „Von Buchenwald nach Gaza“ relativiere die Kampagne den Holocaust, sagte Gedenkstättensprecher Rikola-Gunnar Lüttgenau dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag.

Eine Gruppe von Aktivisten der anti-israelischen Kampagne „Kufiyas in Buchenwald“ hatte sich am Samstag nach eigenen Angaben zu einer Mahnwache auf dem Gelände des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar versammelt, um gegen das Vorgehen Israels im Gazastreifen zu protestieren. Ursprünglich wollte das Bündnis aus Hamas-Anhängern und linksextremistischen Gruppen am Sonntag anlässlich der offiziellen Gedenkfeier zum 81. Jahrestag der Befreiung Buchenwalds dort demonstrieren, was gerichtlich untersagt wurde.

Gericht untersagt Kundgebung vor Gedenkstätte

Mit der Aktion vom Samstag hätten die Aktivisten noch einmal bestätigt, warum ihre für Sonntag geplante Versammlung in der Gedenkstätte nicht stattfinden konnte, betonte Lüttgenau: „Es ist gut, dass die Gesetze Orte wie die Gedenkstätte Buchenwald vor einem derartigen Missbrauch schützen.“

Das Verwaltungsgericht Weimar hatte am Donnerstag das Verbot der für Sonntag in der Gedenkstätte angekündigten Kundgebung durch die Stadt bestätigt. In Weimar demonstrierten am Sonntag rund 100 Menschen gegen die Kufiya-Kampagne, darunter auch Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) und der Antisemitismusbeauftragte Michael Panse (CDU).