Kirchen: AfD-Programm für Sachsen-Anhalt Angriff auf sozialen Frieden

Kirchen: AfD-Programm für Sachsen-Anhalt Angriff auf sozialen Frieden
Die AfD will in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl im September an die Macht. Evangelische und katholische Kirche sehen im AfD-Wahlprogramm einen Angriff auf die Menschenwürde.

Magdeburg, Dessau (epd). Die Kirchen in Sachsen-Anhalt haben das AfD-Wahlprogramm für die Landtagswahl im Herbst scharf kritisiert. Das am Samstag in Magdeburg beschlossene Programm sei ein Angriff auf Menschenwürde, Freiheit und Solidarität, heißt es in einer Erklärung der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, des katholischen Bistums Magdeburg und der Evangelischen Landeskirche Anhalts von Samstagabend. Es stehe einer offenen Gesellschaft und dem sozialen Frieden im Land entgegen, betonen die leitenden Geistlichen der Kirchen. Die AfD Sachsen-Anhalt wird vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Die Landtagswahl findet am 6. September statt.

„Die Positionen der AfD in Sachsen-Anhalt sind mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar“, heißt es in der Erklärung des katholischen Bischofs Gerhard Feige, des evangelischen Landesbischofs Friedrich Kramer und des anhaltischen Kirchenpräsidenten Karsten Wolkenhauer. Der christliche Glaube stehe für die „von Gott gegebene Gleichwertigkeit und die unantastbare Würde jedes einzelnen Menschen“, betonen die Geistlichen. Das Programm der AfD setze hingegen auf Abwertung und Ausgrenzung.

Abkehr von Freiheitsrechten

Das Wahlprogramm stehe für eine Abkehr von bisher selbstverständlichen Freiheitsrechten in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen, betonen die Kirchenvertreter: „Der Freiheit der individuellen Lebensgestaltung steht ein Rückgriff auf traditionalistisch patriarchalische Rollenbilder gegenüber.“ Staatliche Denkvorgaben ersetzten die Wissenschaftsfreiheit. Religionsfreiheit werde nach politischer Zweckmäßigkeit bemessen. Eine völkisch-nationalistische Sicht verenge Kunst und Kultur. Statt Wandel mit Zuversicht zu gestalten, werde Angst vor Veränderung geschürt.