Staatsanwaltschaft: Zeitpunkt von Liebich-Auslieferung noch offen

Staatsanwaltschaft: Zeitpunkt von Liebich-Auslieferung noch offen
Nach der Festnahme der rechtsextremen Person Marla-Svenja Liebich in Tschechien wartet die Staatsanwaltschaft Halle nun auf die Auslieferung.

Halle (epd). Wann die in Tschechien festgenommene rechtsextreme Person Marla-Svenja Liebich nach Deutschland ausgeliefert werden kann, ist derzeit offen. Wenn Liebich zustimmen sollte, wäre eine Auslieferung „binnen einer Woche“ möglich, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag in Halle an der Saale. Andernfalls finde dazu ein gerichtliches Verfahren in Tschechien statt. Eine Entscheidung sei dann gegebenenfalls erst in mehreren Wochen zu erwarten.

Die Staatsanwaltschaft Halle betreibe zwar das Auslieferungsverfahren, hieß es. Über eine Auslieferung würden jedoch allein die tschechischen Behörden entscheiden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Liebich am Donnerstag von der tschechischen Polizei in Schönbach bei Asch festgenommen worden. Grundlage sei ein europäischer Haftbefehl gewesen.

Berichtigungsantrag zu Geschlechtseintrag

Liebich wurde im Mai 2025 unter anderem wegen Volksverhetzung und Billigung eines Angriffskriegs zu einem Jahr und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Strafe in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz trat Liebich jedoch nicht an, sondern tauchte unter.

Anfang 2025 wurde bekannt, dass Liebich den eigenen Geschlechtseintrag geändert hatte und sich nicht mehr Sven, sondern Marla-Svenja nennt. Dagegen liegt beim Amtsgericht Halle ein Berichtigungsantrag vor. Ein Gerichtssprecher sagte dem epd am Freitag, über diesen Antrag zum Geschlechtseintrag sei noch nicht entschieden worden. Der zuständige Richter könne dies jederzeit auch ohne Anwesenheit von Liebich tun. Die Vermutung liege jedoch nahe, dass zunächst auf die Auslieferung gewartet wird.