Köln (epd). Die Sozialwissenschaftlerin Kateryna Danilova fordert für Saisonarbeitskräfte eine digitale Arbeitszeiterfassung. Dadurch sollen alle Stunden, die auf den Feldern geleistet wurden, auch bezahlt werden, wie die Branchenkoordinatorin für Baugewerbe und Landwirtschaft beim Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen dem WDR5-„Morgenecho“ sagte. Von Beschäftigten höre der Verein immer wieder, dass sie beispielsweise nur für 8 Stunden entlohnt würden, aber bis zu 13 Stunden arbeiteten. Dadurch bekämen sie keinen Mindestlohn.
Dementsprechend erteilte Danilova in dem Interview vom Freitag Forderungen aus der Union und von Arbeitgebern eine Absage, für Saisonarbeitskräfte Ausnahmen vom Mindestlohn zu ermöglichen. Das wäre nicht nur eine Diskriminierung der Beschäftigten, sondern könnte auch ein „sehr gefährlicher Präzedenzfall“ für andere Arbeitskräfte sein. Das Argument, dass Saisonarbeitskräfte in ihren Herkunftsländern weniger verdienten, „kann so aus meiner Sicht nicht wirklich mit dem im Grundgesetz verankerten Gleichbehandlungsprinzip zusammengeführt werden“, erläuterte sie.
Gegen Mindestlohnausnahme
Zudem berichteten Arbeitgeber in der Landwirtschaft immer wieder, dass sie Schwierigkeiten hätten, Saisonbeschäftigte zu finden, sagte Danilova. Eine Ausnahme vom Mindestlohn würde dieses Problem noch verschärfen.



