Mainz (epd). Im Vergleich zu vielen anderen Regionen in Westeuropa kommt es einer Studie zufolge in der Bundesrepublik noch immer noch vergleichsweise vielen vermeidbaren Todesfällen. Der Rückstand zu einigen Ländern wie der Schweiz habe sich in den zurückliegenden Jahren sogar noch vergrößert, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Donnerstag in Wiesbaden mit. Vor allem im Nordosten des Landes, darunter Nordthüringen, das östliche Niedersachsen sowie Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, gebe es dauerhaft erhöhte Zahlen bei der vermeidbaren Sterblichkeit.
Dagegen sterben in weiten Teilen Italiens, Frankreichs und Spaniens vergleichsweise wenige Menschen vorzeitig. Für die Untersuchung analysierten Wissenschaftler des Bundesinstituts sowie der Universitäten Groningen und Oldenburg Statistiken der Todesursachen zwischen 2002 und 2019. Die Jahre der Coronavirus-Pandemie flossen wegen der damaligen Ausnahmesituation nicht in die Erhebung ein. Als „vermeidbar“ gelten Todesfälle, die „bei effizienter medizinischer Behandlung oder durch präventive Maßnahmen“ hätten verhindert werden können.
Nachholbedarf bei gesunder Ernährung
Michael Mühlichen, einer der Autoren der Studie, sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen den Kosten des Gesundheitswesens und der Anzahl vermeidbarer Sterbefälle gebe. Das Gesundheitssystem habe nur wenig Einfluss darauf, „wie gesund sich die Menschen verhalten“.
Vor allem bei Themen wie Rauchen, Alkoholmissbrauch oder gesunder Ernährung gebe es in Deutschland noch viel Optimierungsbedarf. Das regionale Gefälle innerhalb der Staaten erklärte Mühlichen auch durch sozioökonomische Faktoren. In wirtschaftlich weniger prosperierenden Regionen neigten die Menschen eher zu gesundheitsschädlichem Verhalten.





