Studie: Zwei Tage mehr Arbeit nötig für Sozialleistungen

Studie: Zwei Tage mehr Arbeit nötig für Sozialleistungen
Bis zum 11. April muss ein Durchschnittsmensch in diesem Jahr arbeiten, um Sozialleistungen zu finanzieren, wie eine Berechnung der Stiftung Marktwirtschaft ergibt. Das seien zwei Tage mehr als im vergangenen Jahr.

Berlin (epd). Ein durchschnittlicher Mensch in Deutschland muss einer Untersuchung zufolge fast dreieinhalb Monate lang arbeiten, um alle Sozialleistungen zu finanzieren. Der Stichtag, bis zu dem rechnerisch für soziale Belange gearbeitet werden müsse, habe sich im Vergleich zum Vorjahr vom 9. auf den 11. April verschoben, erklärte der Ökonom Bernd Raffelhüschen von der Stiftung Marktwirtschaft am Donnerstag bei der Online-Vorstellung der Studie „Kurz- und langfristige Kosten des Sozialstaates“.

Um Sozialleistungen zu erwirtschaften, die durch Steuern und nicht durch Abgaben finanziert werden, müsse ein Durchschnittsmensch demzufolge in diesem Jahr bis zum 31. Januar arbeiten, sagte Raffelhüschen weiter. Damit liege dieser Wert in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs. Zu den steuerfinanzierten Sozialleistungen gehören etwa das Bürgergeld oder die Grundsicherung im Alter.

Höheres Rentenalter empfohlen

Im Jahr 2030 würden 24 Prozent aller Steuereinnahmen nötig sein, um Sozialleistungen nachhaltig zu finanzieren, prognostizierte der Ökonom. Er empfahl, das Rentenzugangsalter anzuheben, die Beiträge in allen Sozialversicherungen einzufrieren, die Selbstbeteiligung in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu erhöhen und den Öffentlichen Dienst zu reduzieren.