Krieg im Sudan: Krise für Flüchtlinge und Vertriebene spitzt sich zu

Krieg im Sudan: Krise für Flüchtlinge und Vertriebene spitzt sich zu
Seit drei Jahren herrscht im Sudan ein brutaler Krieg. Die Hilfsorganisationen warnen vor einer Verschärfung der Krise für Millionen von Flüchtlingen.

Frankfurt a.M., Nairobi (epd). Nach drei Jahren Krieg im Sudan spitzt sich die Krise laut der Hilfsorganisation NRC für Millionen von Flüchtlingen zu. Nach wiederholten Vertreibungen stünden ganze Familien am Rande des Zusammenbruchs, teilte die Organisation am Donnerstag in Nairobi mit. Sie litten unter extremem Hunger und seien mit dem „vollständigen Verlust ihrer Lebensgrundlagen“ konfrontiert.

Der NRC („Norwegian Refugee Council“) verwies auf eine Umfrage unter knapp 1.300 Haushalten von Flüchtlingen und Vertriebenen im Tschad, dem Sudan sowie dem Südsudan. In allen drei Ländern seien die meisten der vor den Kämpfen geflohenen Familien gezwungen, auf Mahlzeiten zu verzichten oder sie zu reduzieren, und hätten kein Einkommen, um zu überleben.

Gegenseitige Unterstützung

Im Tschad müssten mehr als 70 Prozent der befragten Familien ihre Mahlzeiten reduzieren, im Sudan selbst seien es inzwischen mehr als 80 Prozent, hieß es. Im Südsudan lassen laut der weltweit tätigen Hilfsorganisation inzwischen mehr als 90 Prozent der Familien einzelne Mahlzeiten aus.

Seit drei Jahren hätten sich Familien in unvorstellbarer Not gegenseitig unterstützt, sagte der NRC-Generalsekretär Jan Egeland. Doch sie seien erschöpft und könnten nicht mehr lange durchhalten.

Verheerender Krieg seit drei Jahren

Im nordostafrikanischen Sudan herrscht seit Mitte April 2023 ein verheerender Krieg, ausgetragen zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF-Miliz. Die Kämpfe haben eine der schwerwiegendsten humanitären Katastrophen der jüngeren Vergangenheit ausgelöst. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als zwölf Millionen Menschen auf der Flucht. Zu den Aufnahmeländern zählen unter anderem der Tschad und der Südsudan.

Das UN-Flüchtlingshilfewerk UNHCR sowie das Welternährungsprogramm (WFP) warnten am Donnerstag vor drastischen Einschnitten für mehr als eine Million sudanesische Flüchtlinge im Tschad. Blieben Gelder in Höhe von 428 Millionen US-Dollar (etwa 367 Millionen Euro) aus, müsste die Unterstützung in den kommenden Monaten weiter reduziert werden.