Berlin (epd). Der Migrationsforscher Hannes Schammann hat von der Bundesregierung mehr Engagement bei der Integration von Einwanderern und Asylbewerbern gefordert. Die finanziellen Kürzungen bei den Integrationskursen träfen auch diejenigen, die sich wirklich integrieren wollten, sagte der Politikwissenschaftler der Universität Hildesheim am Mittwoch im RBB-Inforadio.
Schammann nannte die aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung zur Begrenzung der illegalen Einwanderung, wie verstärkte Grenzkontrollen, Symbolpolitik und einseitig: „Die Integration fällt hinten runter.“ Nötig sei auch eine „Symbolpolitik“ in Richtung derjenigen Zuwanderer, die angeworben oder in Deutschland gehalten werden sollen, sagte das Mitglied des Sachverständigenrates für Integration und Migration.
„Da wird nun die Axt angelegt“
Zu den finanziellen Kürzungen bei den Integrationskursen sagte er, „gerade die Integrationswilligen werden damit getroffen“. In den Kommunen würden „Integrationsstrukturen“ und Professionalität wegbrechen, die in den vergangenen zehn Jahren aufgebaut worden seien: „Da wird nun die Axt angelegt, weil auch viele Bundesländer nicht mehr bereit sind, da so intensiv reinzugehen und viele Kommunen aus Angst vor der AfD ihre Integrationsstrukturen streichen.“



