Ostermärsche in NRW mit Demo an Urananlage in Gronau begonnen

Ostermärsche in NRW mit Demo an Urananlage in Gronau begonnen
Seit fast 40 Jahren demonstrieren Atomkraftgegner gegen die Urananreicherungsanlage in Gronau. Auch in diesem Jahr sind sie Teil der Ostermärsche. Ihre Kritik richtet sich unter anderem gegen Atommülltransporte.

Gronau (epd). Mit einer Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage im münsterländischen Gronau haben am Karfreitag die diesjährigen Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen begonnen. Die Aktion im Schulterschluss mit den bundesweiten Ostermärschen der Friedensbewegung für Frieden und Abrüstung solle auf die militärische Brisanz der Gronauer Anlage aufmerksam machen, sagte Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Zentrifugentechnik, die dort zum Einsatz komme, könne auch zum Bau von Atomwaffen genutzt werden.

An der Demonstration nahmen den Angaben zufolge etwa 120 bis 150 Menschen teil. Dazu hatten 15 Initiativen und Organisationen aufgerufen. Sie fordern eine sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage sowie einen Stopp der umstrittenen Atomtransporte von Gronau nach Frankreich. Während die ebenfalls umstrittenen Castor-Transporte mit hochradioaktivem Müll von Jülich nach Ahaus in aller Munde seien, wisse kaum jemand von den Uranmülltransporten aus Gronau, sagte Buchholz. Sie fänden regelmäßig ohne großen Polizeischutz statt.

Über 120 Ostermärsche

Als weitere Gefahren nannte der Atomkraftgegner, dass die Container mit Tausenden Tonnen Uranhexafluorid auf dem Gelände in Gronau unter freiem Himmel gelagert würden. Sie seien nicht gesichert gegen Sabotage oder etwaige Angriffe aus der Luft. Der Ostermarsch stand unter dem Motto „Kriege stoppen - Frieden und Abrüstung jetzt. Friedensfähigkeit statt Kriegstüchtigkeit. Energiewende statt Atomwaffen und Uranmüll“.

Die bundesweiten Ostermärsche waren am Gründonnerstag mit Kundgebungen an vier Orten gestartet. Am Karfreitag waren neben Gronau auch Aktionen Gütersloh, Biberach, Bruchkörbel, Chemnitz und Jagel geplant. Insgesamt sind in diesem Jahr bundesweit 124 Aktionen angemeldet.