Mexiko: Vermisste Menschenrechtlerin ermordet aufgefunden

Mexiko: Vermisste Menschenrechtlerin ermordet aufgefunden
Die Mexikanerin Cecilia García Ramblas suchte ihren vermissten Bruder, er wurde getötet. Nun wurde sie selbst entführt und ermordet.

Mexiko-Stadt (epd). Eine Menschenrechtsaktivistin ist im mexikanischen Bundesstaat Guanajuato ermordet aufgefunden worden. Die Leiche von Cecilia García Ramblas wurde bereits Mitte März zusammen mit einer weiteren ermordeten Person in der Nähe von Puerto de Valle gefunden, wie die Lokalzeitung „Correo“ am Mittwoch (Ortszeit) berichtete. Die Staatsanwaltschaft habe die Identität der Ermordeten erst zwei Wochen später bestätigt, nach Abschluss der forensischen Untersuchungen.

García Ramblas war Mitglied eines Kollektivs, das nach gewaltsam Verschwundenen suchte. Sie wurde am 14. März aus ihrem Haus in der Gemeinde Salamanca verschleppt.

García Ramblas hatte sich dem Kollektiv Salamanca Unidos angeschlossen, um nach ihrem 2021 verschwundenen Bruder Miguel Ángel García Ramblas zu suchen. Nachdem sie ihren Bruder 2025 tot aufgefunden hatte, blieb die Frau aktiv und nahm weiter an Demonstrationen und dem Aufhängen von Suchplakaten teil.

Menschenrechtler fühlen sich nicht ausreichend geschützt

Guanajuato ist der Bundesstaat in Mexiko, in dem Gewalt am stärksten verbreitet ist. In den ersten drei Monaten des Jahres registrierten die Behörden 394 Morde in dem Bundesstaat mit sechs Millionen Einwohnern. Gewalt gegen Kollektive der Angehörigen Verschleppter ist in dem zentral-mexikanischen Bundesstaat an der Tagesordnung.

Laut einem aktuellen Bericht der Nichtregierungsorganisation „Artikel 19“ sind seit 2010 in Mexiko mindestens 35 Angehörige von Verschwundenen getötet worden, 8 weitere wurden selbst verschleppt. Der Staat spiele die Krise der Verschwundenen nicht nur herunter, sondern habe auch die Angehörigen der Vermissten im Stich gelassen, „vor allem Frauen, die für das Recht auf Wahrheit kämpfen“, kritisiert „Artikel 19“.