Frankfurt a.M. (epd). Die Welthungerhilfe sowie die Vereinten Nationen haben angesichts der aktuellen Lage im Iran vor einer weltweiten Hungerkrise gewarnt. „Das Risiko, dass sich die global bereits angespannte Ernährungslage verschärft und regionale Hungerkrisen entstehen, ist sehr real“, erklärte die Welthungerhilfe auf Anfrage der „Frankfurter Rundschau“ (Mittwoch).
Ähnlich bewertet die Situation das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. „Die Gefahr einer nochmaligen Verschärfung der weltweiten Hungerkrise ist sehr real“, sagte Martin Frick, Direktor des Welternährungsprogramms für Deutschland. „Die Eskalation im Nahen Osten blockiert humanitäre Lieferketten, verteuert unsere Hilfslieferungen und lässt die Kosten für Nahrungsmittel und alles, was für deren Produktion benötigt wird, massiv steigen.“
Massive Militärkampagne
Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region, Attacken auf Israel und der Abriegelung der Straße von Hormus, die eine wichtige Lieferroute für Öl und Gas ist.
Laut Welthungerhilfe konnten sich im Jahr 2024 673 Millionen Menschen tagtäglich nicht ausreichend ernähren, etwa 295 Millionen litten an einer akuten Hungerkrise. Die Welthungerhilfe beobachtet eine „besorgniserregende Kombination aus gestörten Lieferketten und steigenden Preisen für Energie, Düngemittel und Lebensmittel.“ Die Golfregion produziere ein Drittel der weltweiten Düngemittelexporte. Durch die Blockade in der Straße von Hormus kommt es zu Lieferengpässen und Preissteigerungen. „Weniger Dünger heute bedeutet geringere Ernten morgen“, teilte die Welthungerhilfe mit.



