Studie: Deutsche Bevölkerung schrumpft um ein Viertel

Studie: Deutsche Bevölkerung schrumpft um ein Viertel
Die Zahl der Menschen, die in Deutschland leben, sinkt konstant. Selbst ein Anstieg der Geburtenrate auf das sogenannte Bestanderhaltungsniveau würde den Trend nicht stoppen.

Rostock (epd). Mehr Babys können den Bevölkerungsrückgang in Deutschland nicht unbedingt aufhalten: Selbst wenn die Geburtenrate sofort auf das sogenannte Bestanderhaltungsniveau stiege, würde die Bevölkerung ohne Zuwanderung in den nächsten 50 Jahren um fast 25 Prozent schrumpfen. Das zeigen am Dienstag veröffentlichte Daten aus dem Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels.

Das Bestandserhaltungsniveau ist die durchschnittliche Zahl an Kindern pro Frau, die notwendig ist, um die Bevölkerung ohne Zuwanderung langfristig konstant zu halten. In Industrieländern seien dies durchschnittlich 2,1 Kindern pro Frau, hieß es. Aktuell liege die Geburtenrate in Deutschland bei 1,35 Kindern.

Altersstruktur entscheidend

Ursache der Entwicklung sei die Altersstruktur in Deutschland, erklärte Demografieforscher Roland Rau. In einer alternden Gesellschaft mit seit Jahren niedrigen Geburtenraten gebe es weniger Frauen im gebärfähigen Alter. Daher gebe es weniger Geburten, auch wenn die Geburtenrate steige. „Das hat weitreichende Konsequenzen für die Sozialsysteme und die Wirtschaft. Das Problem des Fachkräftemangels zum Beispiel wird uns sicherlich weiter beschäftigen“, sagte Rau.

Der Forscher hat Daten der Vereinten Nationen genutzt, um die Entwicklung mit Geburtenzahlen auf Bestanderhaltungsniveau für Deutschland, Österreich, die Welt und viele weitere Länder zu berechnen. Ausgangsjahr sei 2024. Während Deutschland in den nächsten 50 Jahren ungefähr um ein Viertel schrumpfen werde, betrage der Rückgang in Österreich rund 20 Prozent.

Bei der Weltbevölkerung sei dies genau andersherum: Sie würde noch um etwa 16 Prozent weiterwachsen, selbst wenn ab dem Jahr 2025 das globale Geburtenniveau auf dem Bestandserhaltungsniveau läge. Afrika würde sogar noch um 48 Prozent weiterwachsen, hieß es.