Berlin (epd). Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien gewinnt das Wetter in Deutschland an Einfluss auf die Stromproduktion. Eine Studie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit dem Titel „Energiewetter“, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, zeigt: Meteorologische Schwankungen bei Wind und Sonneneinstrahlung prägen zunehmend die Energieerträge.
Laut Bericht stieg der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch im vergangenen Jahr auf 55,1 Prozent - rund zehn Prozentpunkte mehr als 2020. Damit stammt inzwischen deutlich mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Quellen wie Wind- und Solarkraft. Allerdings verlief das Jahr 2025 windärmer als im langjährigen Mittel, während die Sonneneinstrahlung überdurchschnittlich hoch war.
Europa kann Schwankungen ausgleichen
Solche Unterschiede seien typisch, erklärte DWD-Expertin Jaqueline Drücke. Wind und Sonne ergänzten sich im Jahresverlauf häufig: So ging ein windarmes Frühjahr 2025 in Deutschland mit besonders hoher Sonneneinstrahlung einher. Zudem arbeiten Solaranlagen in kälteren Monaten effizienter, da weniger Energie als Wärme verloren geht.
Europaweit gleichen sich wetterbedingte Schwankungen laut Studie oft aus. Während einzelne Regionen windarme Phasen erleben, herrschen andernorts günstigere Bedingungen. Diese regionale Vielfalt könne helfen, Ertragsschwankungen bei erneuerbaren Energien abzufedern.



