Deutscher Wetterdienst legt Klimatool für Kommunen vor

Deutscher Wetterdienst legt Klimatool für Kommunen vor
Deutschland bleibt im Erwärmungstrend, Wetterextreme nehmen zu. Neue Daten des DWD sollen Städten und Regionen bei der Anpassung helfen.

Berlin (epd). Extreme Wetterereignisse, Dürre, Hitzephasen: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Dienstag in Berlin seine Klimabilanz für 2025 vorgestellt. Demnach lag die Jahresmitteltemperatur in Deutschland bei 10,0 Grad Celsius und damit weiterhin deutlich über früheren Vergleichswerten.

Weltweit gehörte 2025 zu den drei heißesten Jahren seit Beginn der Messungen. Eine ausgeprägte Trockenphase im Frühjahr sowie eine Hitzewelle im Sommer Ende Juni und Anfang Juli mit Temperaturen von über 35 Grad Celsius in vielen Regionen verdeutlichten laut Bilanz die zunehmende Belastung durch Wetterextreme.

Neues Daten-Tool für Klimaanpassung

Zugleich präsentierte der DWD ein neues Instrument zur Anpassung an den Klimawandel, sogenannte Referenz-Ensembles: eine regionale Datengrundlage für Bund, Länder und Kommunen. Sie sollen helfen, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel besser zu planen. Die Daten basieren auf internationalen Klimaprojektionen und wurden laut DWD in einem mehrstufigen Verfahren auf ihre Verlässlichkeit überprüft.

Erste Auswertungen zeigen einen weiteren deutlichen Temperaturanstieg in Deutschland bis zum Ende des Jahrhunderts, besonders im Süden und Osten sowie in den Sommermonaten. Beim Niederschlag ergeben sich regional unterschiedliche Entwicklungen mit teils trockeneren, teils feuchteren Bedingungen.

Wetterschwankungen wirken sich auf Stromproduktion aus

Die aufbereiteten Daten sollen künftig in höherer räumlicher Auflösung bereitgestellt werden und unter anderem Planungen in Bereichen wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Infrastruktur unterstützen. „Mit den Referenz-Ensembles erhalten Kommunen eine verlässliche Grundlage für Anpassungsentscheidungen“, erklärte DWD-Vorstand Tobias Fuchs.

Parallel stellte der DWD seinen „Energiewetter“-Bericht für 2025 vor. Demnach gewinnen Wetterschwankungen zunehmend an Einfluss auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Europaweit gleichen sich die Unterschiede aber oft aus. Mehr als die Hälfte des Stroms in Deutschland stammt inzwischen aus Wind- und Solaranlagen: Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg 2025 auf 55,1 Prozent.