Mexiko-Stadt (epd). Die USA haben einem russischen Öltanker die Fahrt nach Kuba gestattet. Wie die „New York Times“ am Sonntag (Ortszeit) meldete, hat Washington offenbar die gegen die Insel verhängte Ölblockade gelockert. Das Schiff „Anatoly Kolodkin“, das 730.000 Barrel Rohöl transportiert, befinde sich in kubanischen Hoheitsgewässern und solle Anfang dieser Woche im Hafen von Matanzas im Westen Kubas einlaufen, hieß es.
Die „Anatoly Kolodkin“ war am 8. März vom russischen Hafen Primorsk aus gestartet. Auf ihrer Fahrt durch den Ärmelkanal wurde sie von einem Schiff der russischen Marine eskortiert, bevor sie in den Atlantik einlief, um ihre Reise in die Karibik fortzusetzen.
Ein zweites Transportschiff mit Ziel Kuba befindet sich nach Angaben der auf Schiffsverfolgung spezialisierten Homepage MarineTraffic seit mehreren Tagen in den Gewässern von Venezuela. Der Tanker „Sea Horse“, der unter der Flagge Hongkongs fährt, transportiert rund 27.000 Tonnen russisches Gas für die Karibikinsel.
Katastrophale Folgen für die Wirtschaft
Kuba hat in diesem Jahr lediglich 84.900 Barrel Rohöl aus einer einzigen mexikanischen Lieferung am 9. Januar erhalten. 2025 importierte Kuba durchschnittlich 37.000 Barrel Rohöl pro Tag, insbesondere aus Mexiko und Venezuela, wie die „Financial Times“ berichtete.
Die zu Jahresbeginn von den USA verhängte Ölblockade hat die Energiekrise auf Kuba deutlich verschärft. Sowohl die Stromerzeugung als auch die Kraftstoffverteilung sind massiv beeinträchtigt, mit katastrophalen Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und die Wirtschaft. Die sozialistisch regierte Insel mit ihren rund 10 Millionen Einwohnern fördert nur rund ein Drittel ihres Bedarfs an Kraftstoff selbst.



